Die stabile Seitenlage – Schritt für Schritt und als Selbsterfahrung

Die stabile Seitenlage – Schritt für Schritt und als Selbsterfahrung: kostenloses Lern-Audio (11 Min.) für die Pflegeausbildung – als Gespräch zwischen Lehrkraft und Azubis, mit vollständigem Transkript.

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Transkript

Vollständiger Text des Audios. Klicke auf einen Absatz, um das Audio an dieser Stelle abzuspielen. Die Personen sind fiktive KI-Stimmen.

Frau WeberHallo und herzlich willkommen! Ich bin Frau Weber. Heute geht es um eine Maßnahme, mit der ihr einem bewusstlosen Menschen das Leben retten könnt: die stabile Seitenlage. Dazu gibt es eine Selbsterfahrungsübung, bei der ihr euch selbst in die stabile Seitenlage bringt. Ich erkläre euch zuerst, wann und warum man die stabile Seitenlage macht, dann die einzelnen Schritte und dann die Übung. Ein kurzer Hinweis vorab: Dieser Podcast ist Teil eurer Ausbildung und ersetzt keinen praktischen Erste-Hilfe-Kurs. Übt die Seitenlage unbedingt mit einem Partner.

Frau WeberWann macht man die stabile Seitenlage? Bei einem Menschen, der bewusstlos ist, aber normal atmet. Das ist ganz wichtig. Bevor ihr einen Menschen in die Seitenlage bringt, prüft ihr also immer zuerst das Bewusstsein und die Atmung. Ihr sprecht ihn laut an und schüttelt ihn vorsichtig an den Schultern. Reagiert er nicht, ruft ihr laut um Hilfe. Dann macht ihr die Atemwege frei, indem ihr den Kopf vorsichtig nach hinten neigt und das Kinn anhebt, und prüft höchstens zehn Sekunden lang, ob er normal atmet. Ihr schaut, ob sich der Brustkorb hebt, und hört und fühlt am Mund, ob Luft kommt.

Frau WeberAtmet der Mensch nicht oder nicht normal, zum Beispiel nur mit einzelnen schnappenden Atemzügen, dann ist die stabile Seitenlage falsch. Dann liegt wahrscheinlich ein Herz-Kreislauf-Stillstand vor, und ihr beginnt sofort mit der Wiederbelebung. Die stabile Seitenlage ist also nur für bewusstlose Menschen mit normaler Atmung.

Frau WeberWarum ist sie so wichtig? Ein bewusstloser Mensch hat keine Schutzreflexe mehr. Er kann nicht mehr husten und nicht mehr schlucken. Wenn er auf dem Rücken liegt, kann seine Zunge nach hinten in den Rachen fallen und die Atemwege verschließen. Und wenn er erbricht oder im Mund blutet, kann das in die Lunge laufen, und er kann daran ersticken. In der stabilen Seitenlage bleiben die Atemwege frei, und der Mund ist die tiefste Stelle des Körpers. So kann Speichel, Blut oder Erbrochenes nach außen ablaufen.

Frau WeberEin Hinweis, bevor wir die Schritte durchgehen: Es gibt verschiedene Varianten der stabilen Seitenlage. Die Variante, die wir hier üben, entspricht der aktuellen Lehrmeinung des Europäischen Rats für Wiederbelebung. Daneben gibt es eine kompliziertere Armlagerung, bei der man nach zwanzig Minuten die Seite wechseln muss.

Frau WeberIch erkläre euch jetzt genau, wie es richtig geht. Stellt euch vor, ihr kniet rechts neben einem Menschen, der bewusstlos auf dem Rücken liegt, und ihr wollt ihn auf seine rechte Seite drehen, also zu euch her.

Frau WeberSchritt eins: Ihr kniet seitlich neben ihm. Seine Beine liegen gestreckt nebeneinander. Wenn er eine Brille trägt, nehmt ihr sie ab, und ihr schaut, ob große, harte Gegenstände in seinen Hosentaschen sind, auf denen er gleich liegen würde.

Frau WeberSchritt zwei: Den Arm, der euch am nächsten ist, also seinen rechten Arm, legt ihr im rechten Winkel nach oben ab. Der Oberarm liegt im rechten Winkel zum Körper, und der Unterarm im rechten Winkel zum Oberarm, nach oben Richtung Kopf. Die Handfläche zeigt nach oben.

Frau WeberSchritt drei: Den anderen Arm, also seinen linken Arm, führt ihr über seine Brust und legt den Handrücken an seine rechte Wange, also an die Wange, die euch zugewandt ist. Diese Hand haltet ihr mit eurer Hand dort fest.

Frau WeberSchritt vier: Jetzt kommt der Punkt, auf den ihr achten müsst. Ihr stellt das Bein auf, das von euch weg liegt, also sein linkes Bein. Ihr greift es knapp oberhalb des Knies und winkelt es an, sodass der Fuß auf dem Boden steht. Ein häufiger Fehler ist hier „rechtes Bein aufstellen“. Das würde beim Drehen nach rechts nicht funktionieren, denn das rechte Bein liegt ja gleich unten. Aufgestellt wird immer das Bein, das nach dem Drehen oben liegt.

Frau WeberSchritt fünf: Jetzt zieht ihr an diesem aufgestellten Knie und dreht den Menschen zu euch herüber auf die Seite. Die Hand an seiner Wange haltet ihr dabei fest, damit der Kopf mitgeführt wird.

Frau WeberSchritt sechs: Das oben liegende Bein, also sein linkes Bein, legt ihr so hin, dass Hüfte und Knie im rechten Winkel gebeugt sind. Dieses Bein stützt den Körper wie ein Ständer und verhindert, dass er nach vorne auf den Bauch oder zurück auf den Rücken rollt. Das unten liegende Bein bleibt einfach gestreckt oder leicht gebeugt liegen. Manchmal liest man, dass das unten liegende Bein gebeugt wird. Nach der aktuellen Lehrmeinung ist es aber das oben liegende Bein.

Frau WeberSchritt sieben: Ihr neigt den Kopf leicht nach hinten, also nackenwärts. So bleiben die Atemwege frei, und die Zunge kann nicht nach hinten fallen. Die Hand unter der Wange hilft, den Kopf in dieser Position zu halten. Wenn nötig, schiebt ihr die Hand noch etwas zurecht.

Frau WeberSchritt acht: Ihr öffnet den Mund leicht und prüft, ob der Mund die tiefste Stelle ist. So kann Speichel oder Erbrochenes nach außen ablaufen, statt verschluckt oder eingeatmet zu werden. Das Fachwort für das Einatmen von Flüssigkeit oder Nahrung in die Lunge ist Aspiration.

Frau WeberUnd dann kommen die Schritte, die genauso wichtig sind wie die Lagerung selbst. Wenn noch nicht geschehen, setzt ihr jetzt den Notruf ab, außerhalb des Krankenhauses über eins-eins-zwei, im Krankenhaus über die interne Notrufnummer. Ihr deckt den Menschen zu, damit er nicht auskühlt. Ihr bleibt bei ihm, sprecht mit ihm, auch wenn er nicht antwortet, und ihr kontrolliert regelmäßig, am besten etwa jede Minute, ob er noch normal atmet. Hört er auf, normal zu atmen, dreht ihr ihn sofort wieder auf den Rücken und beginnt mit der Wiederbelebung.

Frau WeberWenn ein Mensch länger als etwa dreißig Minuten in der stabilen Seitenlage liegen muss, bis Hilfe kommt, dreht man ihn auf die andere Seite, damit der untere Arm nicht zu lange belastet wird. Für die kompliziertere Variante wird ein Wechsel nach zwanzig Minuten genannt.

Frau WeberNoch zwei besondere Hinweise. Erstens: Verletzungen sind kein Grund, auf die stabile Seitenlage zu verzichten. Freie Atemwege sind wichtiger als alles andere. Man bewegt den Menschen dabei nur so vorsichtig wie möglich. Zweitens: Eine Schwangere, besonders in der späteren Schwangerschaft, legt man am besten auf die linke Seite. Dann drückt die Gebärmutter nicht auf die große Hohlvene, und das Blut kann besser zum Herzen zurückfließen.

Frau WeberJetzt zur Selbsterfahrungsübung. Warum macht man so eine Übung? Wenn ihr die Schritte selbst am eigenen Körper spürt, versteht ihr besser, warum jeder Schritt wichtig ist. Und ihr erinnert euch im Ernstfall leichter daran. Ihr spürt zum Beispiel, wo ihr aufliegt, wie sich euer Gewicht verteilt und warum das angewinkelte Bein euch stabil hält.

Frau WeberSo geht die Übung. Lest euch zuerst das Thema stabile Seitenlage durch und geht die Schritte in Gedanken durch. Dann bereitet euch einen ausreichend großen Platz auf dem Boden vor, zum Beispiel auf einem Teppich oder einer Decke. Eine Anleitung könnt ihr in die Nähe legen, falls ihr etwas vergesst. Und jetzt bringt ihr euch selbst in die Seitenlage. Achtet dabei darauf, wie sich jede Position anfühlt.

Frau WeberErstens: Legt euch auf den Rücken, so wie ein bewusstloser Mensch liegen würde. Zweitens: Wir drehen uns auf die rechte Seite. Legt dafür euren rechten Arm im rechten Winkel nach oben ab, die Handfläche zeigt nach oben. Drittens: Hebt euren linken Arm, führt ihn über die Brust und legt den linken Handrücken an eure rechte Wange. Haltet ihn dort. Viertens: Stellt euer linkes Bein auf, also das Knie gebeugt und die Fußsohle am Boden.

Frau WeberFünftens: Dreht euch jetzt auf die rechte Seite, indem ihr euch über das aufgestellte linke Knie zur Seite rollen lasst. Sechstens: Legt das oben liegende linke Bein so ab, dass Hüfte und Knie etwa im rechten Winkel gebeugt sind. Spürt ihr, wie euch dieses Bein stabilisiert? Ihr könnt jetzt weder nach vorne noch nach hinten kippen. Siebtens: Neigt den Kopf leicht nach hinten. Euer linker Handrücken unter der Wange stützt den Kopf. Und achtens: Prüft, ob euer Mund der tiefste Punkt ist. Stellt euch vor, ihr hättet Speichel im Mund. Könnte er nach außen ablaufen?

Frau WeberBleibt einen Moment so liegen und spürt nach: Wo liegt ihr auf? Wie ist euer Gewicht verteilt? Ist die Position bequem oder drückt etwas? So ähnlich fühlt es sich für einen bewusstlosen Menschen an.

Frau WeberMacht die Übung am besten dreimal. Beim zweiten Mal stellt ihr euch bei jedem Schritt vor, wo genau ihr einen bewusstlosen Menschen anfassen und unterstützen würdet. Zum Beispiel: Wo greife ich das Knie? Wie halte ich die Hand an der Wange fest? Und beim dritten Mal macht ihr die Übung aus dem Gedächtnis und sagt jeden Schritt laut. Wie man so schön sagt: Aller guten Dinge sind drei. Danach seid ihr gut vorbereitet, die Seitenlage an einem Partner zu üben.

Frau WeberLasst uns zum Schluss die Schritte noch einmal kurz wiederholen, als kleine Merkhilfe. Bewusstsein prüfen, Hilfe rufen, Atemwege frei machen und höchstens zehn Sekunden Atmung prüfen. Atmet er normal: Arm auf eurer Seite im rechten Winkel nach oben. Anderen Arm über die Brust, Handrücken an die Wange. Fernes Bein aufstellen. Am Knie zu euch drehen. Oberes Bein im rechten Winkel ablegen. Kopf leicht nach hinten, Mund öffnen, der Mund ist der tiefste Punkt. Notruf, zudecken, bleiben und die Atmung regelmäßig kontrollieren.

Frau WeberDie stabile Seitenlage geht ohne Hilfsmittel, immer und überall. Und sie kann einem bewusstlosen Menschen das Leben retten. Übt sie deshalb so oft, bis ihr sie im Schlaf könnt. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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