Diagnose Demenz einordnen

Diagnose Demenz einordnen: kostenloses Lern-Audio (17 Min.) für die Pflegeausbildung – als Gespräch zwischen Lehrkraft und Azubis, mit vollständigem Transkript und passender Übung.

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Krankheitslehre: Demenz (Alzheimer)

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Transkript

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Frau WeberWillkommen zu unserer Einheit über Demenz. Heute beginnen wir mit der Definition von Demenz.

Frau WeberWas versteht man unter einer Demenz? Lena, magst du starten?

LenaDemenz ist ein erworbenes organisches Syndrom. Es führt zum Verlust höherer Gehirnfunktionen.

JonasHeißt das, man verliert das Gedächtnis komplett?

Frau WeberNicht unbedingt komplett, aber es gibt deutliche Störungen. Welche Funktionen sind betroffen, Lena?

LenaDas Gedächtnis, das Denken, die Orientierung und andere kognitive Fähigkeiten.

JonasWie zum Beispiel das Rechnen und die Sprache, oder?

Frau WeberGenau, dazu kommen noch Störungen in der Auffassung und Lernfähigkeit.

LenaUnd die emotionale Kontrolle verändert sich auch, oder?

Frau WeberRichtig. Die emotionale Kontrolle, das Sozialverhalten und die Motivation können sich verändern.

JonasWas bedeutet das für das Sozialverhalten?

Frau WeberEs kann zu sozialem Rückzug oder auch zu unpassendem Verhalten kommen.

LenaAlso ist Demenz mehr als nur Gedächtnisverlust?

Frau WeberJa, es umfasst viele Bereiche des Lebens und beeinträchtigt verschiedene Fähigkeiten.

JonasUnd das alles passiert, weil das Gehirn irgendwie anders funktioniert?

Frau WeberGenau, es ist ein organisches Syndrom, also eine körperliche Veränderung im Gehirn.

LenaDeshalb ist es auch nicht heilbar, oder?

Frau WeberLeider nicht. Der Verlauf ist progredient, das heißt, er schreitet fort.

JonasIst das der Grund, warum es so wichtig ist, die Krankheit früh zu erkennen?

Frau WeberJa, je früher die Diagnose, desto besser kann man den Verlauf beeinflussen. Wir kommen im nächsten Kapitel zu den Risikofaktoren der Demenz.

Frau WeberGut, dann lasst uns jetzt über die Risikofaktoren der Demenz sprechen. Wie ihr wisst, gibt es einige Faktoren, die das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, erhöhen können. Beginnen wir mit dem wichtigsten Faktor. Wer kann mir sagen, welcher das ist?

LenaDas ist das höhere Lebensalter, oder? Je älter man wird, desto höher ist das Risiko.

Frau WeberGenau, das höhere Lebensalter ist der größte Risikofaktor. Aber es gibt noch mehr, was wir beachten müssen. Jonas, magst du weitermachen?

JonasKlar. Genetische Faktoren spielen auch eine Rolle. Also, wenn jemand in der Familie schon an Demenz erkrankt ist, könnte das Risiko höher sein.

Frau WeberRichtig. Und was ist mit den kardiovaskulären Risikofaktoren? Kannst du da ein Beispiel nennen, Lena?

LenaÄhm, Bluthochdruck zählt dazu, glaube ich. Das ist nicht gut fürs Herz und auch nicht fürs Gehirn.

Frau WeberDas stimmt. Bluthochdruck ist ein wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor. Und welche anderen gesundheitlichen Probleme könnten das Demenzrisiko erhöhen, Jonas?

JonasDiabetes mellitus und hohe Cholesterinspiegel. Und Adipositas, also starkes Übergewicht, ist auch ein Risiko.

Frau WeberSehr gut. Es gibt auch bestimmte Mängel und Gewohnheiten, die das Risiko beeinflussen. Weißt du, was ich meine, Lena?

LenaJa, Vitamin B12- und Folsäuremangel sind schlecht. Und Rauchen oder chronischer Alkoholmissbrauch sind auch nicht gut.

Frau WeberRichtig. Diese Mängel und Gewohnheiten können das Risiko ebenfalls erhöhen. Und wie sieht es mit der Aktivität aus, Jonas?

JonasKörperliche und geistige Inaktivität sind schlecht. Also sollte man sich bewegen und geistig aktiv bleiben.

Frau WeberGenau, Bewegung und geistige Anregung sind wichtig. Und es gibt noch zwei weitere Faktoren, die oft übersehen werden. Weißt du, welche ich meine, Lena?

LenaHm, niedrige Schulbildung und Schwerhörigkeit, denke ich.

Frau WeberGenau, das hast du richtig erkannt. Eine niedrige Schulbildung kann das Risiko erhöhen, und Schwerhörigkeit ist auch ein wichtiger Faktor. Merkt euch: Je mehr wir wissen und verstehen, desto besser können wir das Risiko einschätzen. Damit hätten wir die Risikofaktoren abgedeckt. Als nächstes widmen wir uns den verschiedenen Demenzformen.

Frau WeberGut, dann schauen wir uns jetzt die verschiedenen Demenzformen an. Wir haben drei Hauptgruppen. Wer kann sich noch erinnern, welche die häufigste ist?

JonasDas müsste die Alzheimer-Demenz sein. Sie macht 50 bis 70 Prozent aller Fälle aus.

Frau WeberRichtig, Jonas. Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form. Und was ist mit der vaskulären Demenz?

LenaDie ist die zweithäufigste und macht 15 bis 25 Prozent aus. Das hat mit den Blutgefäßen im Gehirn zu tun, oder?

Frau WeberGenau, Lena. Die vaskuläre Demenz ist oft die Folge von Problemen mit der Blutversorgung des Gehirns. Und welche anderen Formen gibt es noch?

JonasEs gibt noch die Frontotemporale Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz und Demenz bei Parkinson. Die machen zusammen 5 bis 35 Prozent aus.

Frau WeberExakt. Diese Formen fallen in die Kategorie der 'anderen Demenzen'. Die Prozentzahlen hier sind etwas flexibler, weil es viele verschiedene Typen gibt. Was könnte ein Beispiel für eine Ursache der vaskulären Demenz sein?

LenaKardiovaskuläre Risikofaktoren, wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus, oder?

Frau WeberRichtig, Lena. Diese Faktoren können zu kleinen Schlaganfällen im Gehirn führen, was dann die Demenz verursacht. Was denkt ihr, warum ist es wichtig, diese verschiedenen Formen zu kennen?

JonasWeil die Behandlung je nach Form unterschiedlich sein kann. Und wenn man die genaue Form kennt, kann man gezielter helfen.

Frau WeberGenau, Jonas. Eine korrekte Diagnose ist der Schlüssel zu einer wirksamen Therapie. Merkt euch: Alzheimer-Demenz ist die häufigste, dann kommt die vaskuläre Demenz. Und die anderen zusammen sind seltener, machen aber immer noch einen beträchtlichen Anteil aus. Damit haben wir einen guten Überblick über die Demenzformen. Im nächsten Kapitel gehen wir auf die Symptome der Demenz ein.

Frau WeberHeute sprechen wir über die Symptome der Demenz. Beginnen wir mit den kognitiven Störungen. Wer kann mir sagen, welche das sind?

LenaDa gibt es Gedächtnisstörungen, also vergessen die Betroffenen oft Sachen.

JonasJa, und sie haben auch Probleme mit der Orientierung, also wissen oft nicht, wo sie sind oder welcher Tag es ist.

Frau WeberRichtig, diese Orientierungsstörungen betreffen Zeit, Ort, Person und Situation. Noch jemand?

LenaStörung der Sprache. Sie suchen oft nach Worten oder sprechen sehr einfach.

Frau WeberGenau. Das nennt man auch stockenden Sprachfluss. Was noch?

JonasEs gibt auch Schwierigkeiten bei Handlungsabläufen, das nennt sich Apraxie.

Frau WeberRichtig. Und das Erkennen von Personen und Gegenständen kann gestört sein. Wie nennt man das?

LenaAgnosie, oder?

Frau WeberGenau, sehr gut. Dazu kommen noch räumlich-konstruktive Störungen. Was ist mit den nichtkognitiven Störungen?

JonasDie Stimmungslage kann schwanken. Manche haben Angst oder sind schnell reizbar.

LenaUnd es gibt Wahrnehmungsstörungen, wie Halluzinationen oder wahnhaften Überzeugungen.

Frau WeberGenau. Ein weitere Punkt ist der Schlaf-Wach-Rhythmus, der gestört sein kann. Was verändert sich in der Psychomotorik und im Sozialverhalten?

JonasDa gibt es Antriebsmangel und sozialen Rückzug. Die Betroffenen ziehen sich oft zurück.

LenaJa, sie können auch distanzlos oder sehr wütend sein.

Frau WeberRichtig. Diese Symptome können sehr belastend sein. Gibt es noch Fragen zu den Symptomen der Demenz?

LenaNein, das war schon viel Information.

JonasJa, ich glaube, ich habe jetzt einen guten Überblick.

Frau WeberSehr schön. Dann kommen wir im nächsten Kapitel zu den Diagnostikverfahren. Hier geht es darum, wie wir diese Symptome richtig erkennen und einordnen können.

Frau WeberWeiter geht's mit der Diagnostik von Demenz. Warum ist eine frühe Diagnose hier besonders wichtig?

JonasWeil die Therapie dann wirksamer ist, oder?

Frau WeberGenau! Je früher die Diagnose, desto besser kann man behandeln. Was gehört denn zur Diagnostik?

LenaDie Anamnese und die Befragung von Angehörigen oder Pflegepersonal, also die Fremdanamnese.

Frau WeberRichtig. Und was wird dabei gefragt?

JonasWie lange die Symptome schon bestehen, der Verlauf und die Art der kognitiven Beeinträchtigungen.

LenaUnd auch die aktuelle Medikation wird abgefragt.

Frau WeberSehr gut. Was folgt danach?

JonasEine körperliche und neurologische Untersuchung. Zum Beispiel wird auf Wortfindungsstörungen geachtet, die bei Alzheimer typisch sind.

LenaUnd bei vaskulärer Demenz könnte es Gangstörungen oder Inkontinenz geben.

Frau WeberRichtig. Und was umfasst die Routinediagnostik?

JonasVitalwerte, Laboruntersuchungen, EKG und Kopf-MRT oder CT.

LenaSo kann man zum Beispiel Vorhofflimmern entdecken, das einen Schlaganfall zur Folge haben kann.

Frau WeberGenau. Was wird noch erhoben?

LenaDer aktuelle psychische Befund. Also ob es zum Beispiel Stimmungsschwankungen oder Halluzinationen gibt.

JonasOder Angst und Ratlosigkeit.

Frau WeberDas ist wichtig zu wissen. Nochmal zur Wiederholung: Warum ist die frühe Diagnose der Demenz so entscheidend?

LenaWeil man die Therapie dann effektiver einsetzen kann.

Frau WeberRichtig. Das war schon der Hauptteil der Diagnostik. Im nächsten Kapitel beschäftigen wir uns mit speziellen Untersuchungen.

Frau WeberKommen wir nun zu den speziellen Untersuchungen bei der Diagnose von Demenz. Wir beginnen mit der neuropsychologischen Diagnostik. Wer kann ein Beispiel dafür nennen?

LenaDer Mini-Mental-Status-Test, richtig?

Frau WeberGenau, Lena. Der MMST prüft verschiedene Fähigkeiten wie Orientierung, Merk- und Erinnerungsfähigkeit, auch Rechnen und Sprachverständnis. Die Punkte reichen von 0 bis 30. Was sagen uns die Punkte zum Schweregrad der Demenz, Jonas?

JonasWenn jemand weniger als 10 Punkte hat, ist das eine schwere Demenz. Und bei 24 bis 18 Punkten spricht man von einer leichten Demenz.

Frau WeberRichtig. Und wie funktioniert der Uhrentest, Lena?

LenaDa soll man in einen Kreis die Ziffern einer Uhr zeichnen und die Zeiger auf zehn nach elf stellen.

Frau WeberGenau, das prüft die konstruktiven Fähigkeiten. Und der Barthel-Index, was misst der?

JonasDer Barthel-Index misst die Alltagsfunktionen, wie Essen, Baden, und Mobilität. Ein kompletter Selbstständigkeitswert wäre 100 Punkte.

Frau WeberSehr gut. Kommen wir zur funktionellen Bildgebung. Welche Verfahren gibt es da?

LenaFDG-PET und Amyloid-PET.

JonasDas FDG-PET zeigt den Glukoseumsatz im Gehirn. Ein niedriger Umsatz im Temporallappen könnte auf Alzheimer hindeuten.

Frau WeberRichtig. Und das Amyloid-PET?

LenaDas zeigt Amyloidplaques, was typisch für Alzheimer ist.

Frau WeberGenau. Zum Schluss noch die Liquor-Untersuchung. Welche Proteine sind typisch für Alzheimer?

JonasDas ß-Amyloid-Protein ist niedriger, während das Tau-Protein und das Phospho-Tau-Protein erhöht sind.

Frau WeberSehr gut zusammengefasst. Damit haben wir einen Überblick über die speziellen Untersuchungen. Im nächsten Kapitel sprechen wir über die Einteilung der Demenz nach Schweregrad.

Frau WeberNachdem wir uns die speziellen Untersuchungen angeschaut haben, gehen wir jetzt zur Einteilung der Demenz nach Schweregrad über. Wer von euch kann mir sagen, wie eine leichte Demenz charakterisiert wird?

LenaBei einer leichten Demenz hat man Gedächtnisschwächen, aber die selbstständige Lebensführung ist noch weitgehend erhalten.

JonasJa, und die Werte auf dem Barthel-Index sind dann zwischen 80 und 100 Punkten, richtig?

Frau WeberGenau! Und beim Mini-Mental-Status-Test, dem MMST?

JonasDa wären es dann 18 bis 24 Punkte.

Frau WeberSehr gut. Jetzt zur mittelgradigen Demenz. Was ändert sich da?

LenaDa gibt es deutliche Gedächtnisstörungen und die selbstständige Lebensführung wird erschwert.

Frau WeberRichtig. Und die Werte?

JonasDer Barthel-Index liegt zwischen 40 und 75, und der MMST zwischen 10 und 17 Punkten.

Frau WeberPerfekt. Und was passiert bei einer schweren Demenz, Lena?

LenaDa hat man einen hochgradigen Gedächtnisverlust und braucht kontinuierliche Aufsicht.

JonasStimmt, und die BI-Werte wären dann zwischen 0 und 35, während der MMST unter 10 Punkten liegt.

Frau WeberSehr gut zusammengefasst! Könnt ihr euch vorstellen, warum es so wichtig ist, den Schweregrad der Demenz genau zu bestimmen?

LenaIch denke, damit man die richtige Unterstützung und Pflege anbieten kann.

JonasJa, und auch um den Verlauf der Krankheit besser zu verstehen.

Frau WeberGenau, beide Punkte sind wichtig. Der Schweregrad hilft bei der Planung von Pflege und Therapie. Damit sind wir am Ende dieses Abschnitts. Im nächsten Kapitel werden wir die Inhalte zusammenfassen.

Frau WeberJetzt fassen wir alles über die Diagnose von Demenz zusammen. Was sind die wichtigsten Punkte, die wir bisher gelernt haben?

LenaDie Diagnose beginnt mit der Anamnese, oder? Vor allem die Fremdanamnese ist wichtig. Also auch die Befragung von Angehörigen.

JonasUnd dann gibt es die neurologische Untersuchung. Da wird zum Beispiel auf Wortfindungsstörungen geachtet, was typisch für Alzheimer ist.

Frau WeberGenau, sehr gut! Und weiter?

LenaRoutinediagnostik wie Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren wie MRT. Das hilft, andere Ursachen auszuschließen.

JonasUnd die speziellen Untersuchungen wie die neuropsychologische Diagnostik. Da sind der Mini-Mental-Status-Test und der Uhrentest wichtig.

Frau WeberRichtig. Und was messen diese Tests?

LenaDer MMST misst zum Beispiel die Orientierung und Merkfähigkeit. Der Uhrentest prüft die konstruktiven Fähigkeiten.

JonasAh, und dann gibt's noch die Liquor-Untersuchung und die funktionelle Bildgebung. Damit kann man Alzheimer spezifisch nachweisen.

Frau WeberSehr gut zusammengefasst! Jetzt lasst uns die wichtigsten Punkte noch einmal kurz zusammenfassen. Demenz ist ein erworbenes Syndrom mit Verlust von Gehirnfunktionen.

LenaDie Diagnose umfasst Anamnese, neurologische Untersuchung und spezielle Tests wie den MMST.

JonasUnd es gibt viele Risikofaktoren, wie höheres Alter und genetische Faktoren.

Frau WeberPerfekt, ihr habt das Thema gut verstanden. Danke für eure aktive Teilnahme. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!

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