Pflege bei Erkrankungen des Herz-, Gefäß- und Kreislaufsystems
Pflege bei Erkrankungen des Herz-, Gefäß- und Kreislaufsystems: kostenloses Lern-Audio (57 Min.) für die Pflegeausbildung – als Gespräch zwischen Lehrkraft und Azubis, mit vollständigem Transkript und passender Übung.
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Transkript
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Frau WeberHallo und herzlich willkommen! Ich bin Frau Weber, und bei mir ist Lena, eine Auszubildende. Lena stellt heute die Fragen, die euch vielleicht auch einfallen. Unser Thema ist groß: die Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Herzens, der Gefäße und des Kreislaufs. Ein kurzer Hinweis vorab: Dieser Podcast ist Teil eurer Ausbildung. Er ersetzt nicht die Standards eurer Einrichtung und keine ärztliche Anordnung.
LenaHallo! Das klingt nach sehr viel Stoff. Womit fangen wir an?
Frau WeberWir gehen in vier Schritten vor. Zuerst klären wir ein paar Begriffe. Dann lernt ihr die wichtigsten Untersuchungen kennen, die Pflegende bei diesen Patienten beobachten oder mit vorbereiten. Danach geht es um die allgemeinen Pflegeschwerpunkte, und zwar am Beispiel einer Patientin, Frau Lübke. Und zum Schluss schauen wir uns einzelne Krankheitsbilder an: Herzschwäche, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck, Arterienerkrankungen und Venenerkrankungen.
Frau WeberZuerst die Begriffe. Die Kardiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Sie beschäftigt sich mit den Erkrankungen des Herzens und der Gefäße in der Nähe des Herzens. Die Angiologie beschäftigt sich mit den Gefäßen im ganzen Körper, also mit Arterien, Venen, Kapillaren und Lymphgefäßen. Und Gefäß- und Kreislauferkrankungen sind Erkrankungen dieser Gefäße und des Kreislaufs.
Frau WeberJetzt zu den Untersuchungen. Beginnen wir mit dem, was ihr jeden Tag macht: der Kontrolle der Vitalzeichen. Bei Herz-Kreislauf-Patienten messt ihr den Blutdruck zuerst an beiden Armen. Gibt es große Unterschiede zwischen rechts und links, informiert ihr den Arzt. Denn das kann auf eine verengte Arterie hinweisen. Blutdruck und Puls werden meist zwei- bis dreimal am Tag gemessen und zusätzlich bei Bedarf. Dabei fragt ihr auch nach Beschwerden und dokumentiert sie.
Frau WeberAußerdem kontrolliert ihr an Armen und Beinen die Durchblutung, die Motorik und die Sensibilität. Man kürzt das mit D M S ab. Durchblutung heißt: Ist die Haut warm und rosig? Motorik heißt: Kann der Patient Finger und Zehen bewegen? Sensibilität heißt: Spürt er eure Berührung? Dazu kommen die Beobachtung der Atmung auf auffällige Atemmuster und die Temperaturkontrolle, bei Zeichen einer Entzündung mehrmals am Tag.
Frau WeberDer nächste Punkt ist die Beobachtung der Haut. Ihr achtet auf Veränderungen der Farbe und der Temperatur, also Blässe, Rötung, Kälte oder Überwärmung. Und ihr prüft, ob der Patient Ödeme hat. Ödeme sind Wassereinlagerungen im Gewebe. Dazu drückt ihr mit einem Finger auf eine Stelle über einem Knochen, zum Beispiel vorne am Schienbein oder auf dem Fußrücken. Bleibt nach dem Loslassen eine Delle, ist ein Ödem vorhanden. Je tiefer die Delle, desto stärker das Ödem. Und ihr sucht nach Wunden. Wunden werden sofort versorgt, und ihr achtet besonders darauf, dass sie sich nicht infizieren.
Frau WeberDann das Körpergewicht. Bei Verdacht, dass der Körper Wasser einlagert, wird der Patient täglich gewogen. Das ist auch wichtig, um zu sehen, ob eine entwässernde Therapie mit sogenannten Diuretika wirkt. Wiegt den Patienten immer zur gleichen Zeit, am besten morgens nach dem Toilettengang und vor dem Frühstück, mit gleicher Kleidung und auf derselben Waage.
LenaUnd ab wann ist eine Gewichtszunahme gefährlich?
Frau WeberBei Menschen mit Herzschwäche gibt es dafür eine Faustregel aus der Nationalen Versorgungsleitlinie. Nimmt jemand mehr als ein Kilogramm an einem Tag zu, mehr als zwei Kilogramm in drei Tagen oder mehr als zweieinhalb Kilogramm in einer Woche, soll der Arzt informiert werden. Denn so schnell nimmt man kein Fett zu. Das ist fast immer Wasser.
Frau WeberKommen wir zum Ruhe-E K G. Das E K G, das Elektrokardiogramm, zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Ihr bereitet das E K G-Gerät mit zehn Elektroden und genug Papier vor, dazu Kontaktspray oder Elektrodengel und bei starker Behaarung einen Einmalrasierer. Der Patient macht Oberkörper, Unterarme und Unterschenkel frei.
Frau WeberBei der Durchführung bringt ihr das Gel oder Spray an den festgelegten Stellen auf, befestigt die Elektroden und verbindet sie mit dem Gerät. Während der Aufzeichnung soll der Patient ruhig liegen und nicht sprechen. Danach prüft ihr kurz, ob die Linien gut zu sehen und nicht verwackelt sind. Ihr entfernt die Elektroden und die Gelreste, beschriftet das E K G mit den Patientendaten, dem Datum und der Uhrzeit und dokumentiert alles. Häufige Fehler sind schlecht klebende Elektroden, Störungen durch andere Geräte, Bewegungen des Patienten und falsch angebrachte Elektroden. Das E K G auswerten tut der Arzt.
Frau WeberJetzt zum Schellong-Test. Er prüft, wie gut der Kreislauf sich anpasst, wenn man vom Liegen zum Stehen wechselt. Das nennt man orthostatische Regulation. Der Patient liegt zuerst fünf bis zehn Minuten auf dem Rücken, und ihr messt die Vitalzeichen. Dann steht er zügig auf, möglichst ohne sich abzustützen, und bleibt etwa zehn Minuten stehen. Dabei messt ihr alle ein bis zwei Minuten Blutdruck und Puls. Danach legt er sich wieder hin, und ihr messt weiter, bis die Ausgangswerte wieder erreicht sind. Bleibt dabei unbedingt nah beim Patienten, denn er kann schwindelig werden oder kollabieren.
LenaUnd wann ist das Ergebnis normal?
Frau WeberHier müsst ihr gut aufpassen, denn es wird oft missverständlich dargestellt. Manchmal liest man: „Normal: Abfall von zwanzig systolisch und zehn diastolisch.“ Richtig ist: Ein kleiner Blutdruckabfall beim Aufstehen ist normal. Ein Abfall des oberen Wertes um zwanzig Millimeter Quecksilbersäule oder mehr oder des unteren Wertes um zehn Millimeter Quecksilbersäule oder mehr ist dagegen nicht mehr normal. Das ist die Grenze, ab der man von einer orthostatischen Hypotonie spricht, also von einem krankhaften Blutdruckabfall beim Aufstehen.
Frau WeberEine ähnliche Untersuchung ist die Kipptischuntersuchung. Der Patient liegt auf einem Tisch, der dann gekippt wird, so dass er passiv aufgerichtet wird. Er wird dabei intensiv überwacht, mit Blutdruckmessung, Pulsoxymetrie und E K G. Vor dem Test soll er zwei bis sechs Stunden nüchtern sein, und die aufrechte Position wird bis zu fünfundvierzig Minuten gehalten.
Frau WeberKommen wir zu Tests für die Arterien der Beine und Hände. Die Ratschow-Lagerungsprobe zeigt, ob die Arterien der Beine verengt sind. Der Patient liegt auf dem Rücken, streckt die Beine nach oben und macht zwei bis vier Minuten lang kreisende Bewegungen mit den Füßen. Danach setzt er sich hin und lässt die Beine locker herunterhängen. Beim Gesunden sind die Bewegungen schmerzfrei. Nach weniger als fünf Sekunden werden die Füße leicht rot, und nach weniger als zwanzig Sekunden sind die Venen am Fußrücken prall gefüllt.
Frau WeberBei einer arteriellen Verschlusskrankheit wird das Bein beim Kreisen blass und schmerzt. Nach dem Hinsetzen wird es erst verzögert rot, und die Venen füllen sich deutlich später.
Frau WeberDie Nagelbettprobe prüft die Durchblutung an Fingern oder Zehen. Man drückt kurz auf den Nagel, bis er weiß wird, und lässt los. Wird er schnell, innerhalb von etwa zwei Sekunden, wieder rosig, ist die Durchblutung gut.
Frau WeberDer Allen-Test prüft die Durchblutung der Hand über die beiden Unterarmarterien, die Arteria radialis auf der Daumenseite und die Arteria ulnaris auf der Kleinfingerseite. Man drückt beide Arterien am Handgelenk gleichzeitig ab. Der Patient macht mehrmals eine Faust und öffnet die Hand, bis die Handfläche weiß ist. Dann lässt man eine Arterie los und schaut, ob die Hand wieder rosig wird. Danach wiederholt man das mit der anderen Arterie. Wird die Hand innerhalb von fünf bis sieben Sekunden wieder normal durchblutet, ist der Test negativ, also unauffällig. Dauert es viel länger, ist er positiv und weist auf eine Gefäßveränderung hin.
Frau WeberBeim Gehtest wird gemessen, wie weit ein Patient ohne Beschwerden gehen kann. Er geht auf einem Laufband mit zwölf Prozent Steigung und etwa drei Kilometern pro Stunde. Man misst zwei Strecken: die relative Gehstrecke, nach der die ersten Beschwerden auftreten, und die absolute Gehstrecke, nach der der Patient nicht mehr weitergehen kann.
Frau WeberBei Verdacht auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz p A V K, wird der Schweregrad nach Fontaine eingeteilt. Stadium eins: Die Gefäße sind verengt, aber der Patient hat keine Beschwerden. Stadium zwei: Schmerzen beim Gehen. Dabei unterscheidet man zwei a, wenn der Patient noch mehr als zweihundert Meter schmerzfrei gehen kann, und zwei b, wenn es weniger als zweihundert Meter sind. Stadium drei: Schmerzen auch in Ruhe, oft nachts im Liegen. Stadium vier: Gewebe stirbt ab, es entstehen Nekrosen oder Geschwüre.
Frau WeberDer letzte Test ist der Knöchel-Arm-Index. Die englische Abkürzung ist A B I. Man vergleicht den Blutdruck am Knöchel mit dem Blutdruck am Oberarm. Der Patient ruht zuerst zehn Minuten im Liegen. Dann misst man den Blutdruck an beiden Oberarmen und an beiden Knöcheln, meist mit einer Dopplersonde oder einem speziellen Gerät. Für jedes Bein wird getrennt gerechnet: Man teilt den höchsten Knöcheldruck dieses Beins durch den höheren der beiden Oberarmdrücke.
Frau WeberNormal liegt der Wert etwa zwischen null Komma neun und eins Komma drei. Ein Wert unter null Komma neun weist auf eine p A V K hin. Unter null Komma sieben spricht man von einer höhergradigen Verengung. Und Achtung: Ein sehr hoher Wert über eins Komma drei ist auch nicht gut. Dann sind die Gefäße oft so verkalkt, dass man sie gar nicht richtig zusammendrücken kann, zum Beispiel bei Menschen mit Diabetes.
Frau WeberKommen wir zum zweiten großen Teil: den allgemeinen Pflegeschwerpunkten. Dazu gibt es einen Fall. Ich erzähle ihn euch. Frau Lübke ist achtundsiebzig Jahre alt. Die Auszubildende Holly ist im ersten Ausbildungsdrittel und arbeitet mit dem Pflegefachmann Ingo Fiedler zusammen. Holly fragt Frau Lübke morgens, wie sie geschlafen hat.
Frau WeberFrau Lübke sagt: „Ich habe schon besser geschlafen. Die ständige Luftnot macht mir zu schaffen. Ich bin es nicht gewöhnt, mit erhöhtem Kopfteil zu schlafen, aber ohne geht es nicht, sonst wird die Atemnot zu stark. Auch meine Unterschenkel schmerzen nachts und fühlen sich sehr schwer an.“
Frau WeberHolly will den Puls am Handgelenk tasten. Frau Lübke sagt, dass die Kollegen dort oft nichts spüren. Ingo bestätigt das und schlägt vor, den Puls an der Halsschlagader zu tasten. Holly misst so eine Pulsfrequenz von vierundachtzig pro Minute und einen Blutdruck von hundertvierzig zu achtzig. Ingo findet die Werte in Ordnung und schlägt vor, dass Frau Lübke zur Körperpflege ins Bad geht.
Frau WeberFrau Lübke möchte das lieber nicht. Sie ist schnell außer Atem und hat Angst, dass sich die Verbände an ihren Beinen lösen. Ingo erklärt, dass der Arzt heute sowieso das Geschwür an den Unterschenkeln anschauen möchte und die Verbände danach erneuert werden. Und er betont, wie wichtig Bewegung ist, um eine Thrombose zu vermeiden. Frau Lübke sieht das ein, möchte sich aber lieber an der Bettkante waschen. Außerdem erzählt sie, dass ihre Hausschuhe nicht mehr passen, weil ihre Füße so dick geworden sind. Und ohne Hausschuhe hat sie auf dem rutschigen Boden wenig Halt.
LenaDarf ich kurz etwas fragen? Den Puls an der Halsschlagader zu tasten, ist das bei einer normalen Pulsmessung eine gute Idee?
Frau WeberGute Frage, Lena. Im Notfall tasten erfahrene Profis den Puls an der Halsschlagader. Für die normale Pulsmessung ist das aber nicht die beste Wahl. Man darf dort nie auf beiden Seiten gleichzeitig drücken, und zu starker Druck kann bei manchen Menschen den Puls verlangsamen und Schwindel auslösen. Bessere Möglichkeiten sind, den Herzschlag mit dem Stethoskop direkt am Herzen abzuhören und eine Minute lang zu zählen, oder die Pulsfrequenz vom Blutdruckmessgerät oder vom Pulsoxymeter abzulesen. Und ganz wichtig: Dass der Puls am Handgelenk kaum zu tasten ist, ist selbst eine wichtige Beobachtung. Das solltet ihr dokumentieren und dem Arzt mitteilen. Man erinnert an dieser Stelle auch an den Allen-Test.
Frau WeberWas können wir aus dem Fall herauslesen? Diese Punkte: Frau Lübke hat eine eingeschränkte Beweglichkeit. Es gibt ein Missverhältnis zwischen dem Sauerstoff, den ihr Körper bekommt, und dem Sauerstoff, den er braucht. Ihre Kondition hat abgenommen, und sie ist allgemein schwach. Sie hat Angst zu stürzen. Und sie hat Ödeme in den Beinen.
Frau WeberAußerdem sieht man: Sie hat Atemnot bei Anstrengung und sogar in Ruhe und im Schlaf. Sie hat Schmerzen in den Unterschenkeln. Ihre Füße passen nicht mehr in die Schuhe. Und sie möchte heute nicht ins Bad, sondern sich lieber an der Bettkante waschen.
Frau WeberAus solchen Beobachtungen leitet ihr Pflegediagnosen ab. Dazu kurz der Unterschied zwischen einer Pflegediagnose und einem Pflegeproblem. Eine Pflegediagnose ist eine fachliche Beurteilung in einer standardisierten Sprache, die aus einem anerkannten Klassifikationssystem stammt, zum Beispiel aus NANDA International. Ein Pflegeproblem wird freier und weniger formal beschrieben. Beides kann ein aktuelles Problem oder ein Risiko beschreiben.
Frau WeberBei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind zwei NANDA-Pflegediagnosen besonders häufig. Erstens: verminderte Aktivitätstoleranz. Früher hieß sie Aktivitätsintoleranz. Gemeint ist: Der Mensch kann notwendige oder gewünschte Alltagsaktivitäten nicht ausführen oder nicht durchhalten, weil ihm die körperliche oder seelische Kraft fehlt. Zweitens: ein Selbstversorgungsdefizit, zum Beispiel beim Waschen und Kleiden oder beim Ausscheiden.
Frau WeberKurz zur NANDA selbst: Die NANDA-Klassifikation ordnet Pflegediagnosen in dreizehn Bereiche, sogenannte Domänen, und siebenundvierzig Klassen. In einer älteren Ausgabe gibt es zweihundertsiebenundsechzig Pflegediagnosen. In der aktuellen Ausgabe für die Jahre zweitausendvierundzwanzig bis zweitausendsechsundzwanzig sind es zweihundertsiebenundsiebzig. Jede Diagnose hat einen Titel, eine Definition, bestimmende Merkmale, also beobachtbare Zeichen, und beeinflussende Faktoren, also mögliche Ursachen. Manche haben zusätzlich eine Risikopopulation und assoziierte Bedingungen, also medizinische Diagnosen, die dazu passen.
LenaWelche weiteren Diagnosen würden denn bei Frau Lübke passen?
Frau WeberPassend sind zum Beispiel: Zukunftsangst, ein Gefühl von Abhängigkeit, Probleme mit Schlaf und Ruhe, Immobilität, körperlicher Konditionsabbau und Selbstversorgungsdefizite beim Waschen, Kleiden und Ausscheiden. Das Buch mit den NANDA-Diagnosen solltet ihr euch dazu einmal genauer anschauen.
Frau WeberWelche Ziele verfolgen wir bei Frau Lübke? Zwei Ziele stehen im Vordergrund. Erstens: Ihre Selbstpflege soll erhalten bleiben. Das erreichen wir durch aktivierende Pflege. Zweitens: Ihre Therapietreue soll erhalten bleiben. Das Fachwort dafür ist Compliance oder Adhärenz. Das heißt, sie soll gut bei ihrer Behandlung mitarbeiten, zum Beispiel ihre Medikamente regelmäßig nehmen.
Frau WeberSelbstpflege bedeutet nach der Pflegetheoretikerin Dorothea Orem: gezielte und bewusste Handlungen, um Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen, zu erhalten oder wiederherzustellen. Diese Handlungen kann ein Mensch selbst ausführen. Wenn er es wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht kann, übernehmen andere diese Aufgaben ganz oder teilweise.
Frau WeberUnd dann gibt es die aktivierend-therapeutische Pflege, abgekürzt A T P. Sie ist ein pflegerisches Angebot von dafür qualifizierten Pflegenden. Sie fördert die Selbstständigkeit, die Selbstbestimmung und die Teilhabe eines Menschen. Sie orientiert sich an seinen Ressourcen und ist an seine Lebenssituation angepasst. Eingesetzt wird sie zum Beispiel in der Geriatrie, in der Neurologie, in der Reha, in der Palliativversorgung, in der Altenpflege und in der Behindertenhilfe. Ein wichtiger Hinweis: Aktivierende Pflege braucht mehr Zeit.
Frau WeberAktivierende Pflege nutzt oft auch andere Konzepte, zum Beispiel das Bobath-Konzept, die Basale Stimulation, die Kinästhetik oder das Affolter-Konzept. Und der schönste Merksatz dazu lautet: An die Hand nehmen statt aus der Hand nehmen!
LenaAber im Fall wollte Frau Lübke ja lieber an der Bettkante bleiben. Ist das dann falsch?
Frau WeberNein, überhaupt nicht. Aktivierende Pflege heißt nicht, jemanden zu etwas zu drängen, was er gerade nicht schafft. Frau Lübke hat Atemnot und Angst zu stürzen. Wenn sie sich an der Bettkante selbst wäscht, ist das auch aktivierend. Wichtig ist, ihre Belastbarkeit einzuschätzen, ihre Angst ernst zu nehmen und mit ihr gemeinsam Schritt für Schritt mehr Bewegung aufzubauen. Und ihr Problem mit den Hausschuhen muss gelöst werden, zum Beispiel mit passenden, rutschfesten Schuhen. Das ist gleichzeitig Sturzprophylaxe.
Frau WeberKommen wir zu den konkreten Pflegeschwerpunkten. Zuerst die Körperpflege, das Kleiden und die Haut. Der Grundsatz lautet: Alles, was der Mensch selbst kann, macht er auch selbst, angepasst an seine Belastbarkeit. Wascht mit lauwarmem Wasser und trocknet gründlich ab, besonders in Hautfalten und zwischen den Zehen. Denn dort entstehen leicht wunde Stellen, die sogenannte Intertrigo. Die Haut ist bei diesen Patienten oft trocken und verletzlich. Deshalb braucht sie eine individuelle Hautpflege, zum Beispiel mit einer Emulsion mit Urea, das ist Harnstoff, der Feuchtigkeit bindet. Und ihr kontrolliert die Haut täglich auf Verletzungen und auf Zeichen eines Druckgeschwürs.
Frau WeberGanz wichtig: keine Wärmeanwendungen wie Wärmflaschen oder Heizkissen bei Menschen mit Durchblutungsstörungen oder Gefühlsstörungen. Sie spüren oft nicht, wenn es zu heiß wird, und können sich verbrennen. Die Fußpflege übernimmt eine Fachkraft, zum Beispiel ein Podologe. Die Kleidung soll locker sitzen, damit sie den Blut- und Lymphfluss nicht einschnürt, und am besten aus Naturfasern wie Baumwolle sein. Die Schuhe sollen gut sitzen, damit der Mensch nicht stürzt, und nicht zu eng sein, damit keine Druckstellen und Wunden entstehen.
Frau WeberBei Schwellungen der Beine messt ihr regelmäßig den Beinumfang. Der Patient liegt dabei. Ihr messt immer an derselben Stelle, die ihr mit einem wasserfesten Stift markiert, und immer im Vergleich beider Seiten. Das Maßband legt ihr ohne Zug an. Wo genau gemessen wird, steht im Standard eures Hauses. Und merkt euch: Eine plötzliche Schwellung eines Beins innerhalb von Stunden, ohne Verletzung, ist ein Leitsymptom für einen Venenverschluss, also eine Thrombose. Das müsst ihr sofort melden.
Frau WeberDer zweite Schwerpunkt ist Bewegung. Bewegung kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, ihren Verlauf verlangsamen und Beschwerden verbessern. Ausdauertraining stärkt das Herz, senkt den Ruhepuls, verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und die Funktion der Gefäßinnenwand. Es hilft, Blutfette und Körpergewicht zu senken, verbessert den Rückfluss des Blutes aus den Beinen, unterstützt den Lymphfluss und baut Stress ab. Günstig sind Sportarten, bei denen viele große Muskelgruppen arbeiten, wie Radfahren, Walken oder Schwimmen. Im Alltag helfen kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Rad und Treppensteigen statt Aufzug.
Frau WeberFür die Pflege bedeutet das: Ihr fördert die Bewegung im Alltag, erstellt gemeinsam mit dem Patienten und oft mit der Physiotherapie einen Bewegungsplan, der zu seiner Belastbarkeit passt, leitet zum Gefäßtraining an und positioniert ihn im Bett so, wie es zu seiner Erkrankung passt. Dazu kommen die bekannten Prophylaxen: Thrombose, Lungenentzündung, Druckgeschwür, Gelenkversteifung, Sturz, Intertrigo, Verstopfung und Mundschleimhautentzündungen.
Frau WeberDer dritte Schwerpunkt ist die Ernährung. Ihr beratet zu einer abwechslungsreichen, ballaststoffreichen, fett- und zuckerarmen Ernährung und unterstützt, wenn nötig, beim Abnehmen. Ihr erklärt, warum das Gewicht regelmäßig kontrolliert wird. Wenn der Arzt es anordnet, führt ihr eine Flüssigkeitsbilanz. Dabei wird alles aufgeschrieben, was der Patient trinkt und über Infusionen bekommt, und alles, was er ausscheidet. Und ihr erklärt, warum die Medikamente wichtig sind und wie sie wirken.
Frau WeberDer vierte Schwerpunkt ist die psychosoziale Betreuung. Sichtbare Hautveränderungen oder Wunden, die unangenehm riechen, können für die Betroffenen sehr belastend sein. Hier helft ihr, diesen Leidensdruck zu mildern. Ihr zeigt, dass ihr zum Gespräch bereit seid, und entwickelt gemeinsam Wege, wie der Mensch mit seiner Krankheit und den Einschränkungen umgehen kann.
Frau WeberDer fünfte Schwerpunkt betrifft die Atmung und die Schmerzen. Bei der Atmung achtet ihr auf Atemnot, das Fachwort ist Dyspnoe, und auf Orthopnoe. Orthopnoe bedeutet: Der Mensch bekommt nur im Sitzen oder mit erhöhtem Oberkörper genug Luft. Genau das beschreibt Frau Lübke.
Frau WeberJetzt zu den Schmerzen, und hier wird es wichtig. Plötzlich einsetzende starke Schmerzen im Bein sind ein Notfall! Man muss zwei Ursachen unterscheiden: einen akuten Arterienverschluss und einen Venenverschluss, also eine Thrombose.
Frau WeberBeim akuten Arterienverschluss hilft die Merkhilfe der sechs P aus dem Englischen. Erstens Pain: plötzlich einsetzende, stärkste Schmerzen. Zweitens Paleness: Das Bein ist blass und kalt. Drittens Pulselessness: Die Fußpulse sind nicht tastbar. Viertens Paraesthesia: Das Gefühl im Bein ist gestört. Fünftens Paralysis: Der Mensch kann das Bein nicht mehr richtig bewegen. Und sechstens Prostration: Er gerät in einen Schock.
Frau WeberBei einem Venenverschluss beginnt der Schmerz dagegen eher schleichend und ist weniger stark. Er sitzt meist in der Wade oder in der Fußsohle. Das Bein fühlt sich schwer und gespannt an und tut bei Druck mehr weh. Und es ist gerötet, überwärmt und geschwollen.
LenaDas ist ja fast das Gegenteil: blass und kalt beim Arterienverschluss, rot, warm und dick bei der Thrombose.
Frau WeberGenau so kann man es sich gut merken. Und daraus ergeben sich auch unterschiedliche Sofortmaßnahmen. Bei beiden gilt zuerst: Vitalzeichen kontrollieren und sofort den Arzt informieren. Dann bei Verdacht auf einen arteriellen Verschluss: das betroffene Bein tief lagern, damit das Blut mit der Schwerkraft besser hineinfließt, und es mit einem Watteverband oder Wollstrümpfen warm halten, aber ohne Wärmflasche. Bei Verdacht auf eine venöse Thrombose dagegen: das Bein hoch lagern, damit das Blut besser zurückfließt.
Frau WeberBei beiden wird der Patient bis zur Klärung nüchtern gelassen, denn es kann eine Operation nötig werden. Der Arzt ordnet Schmerzmittel und blutverdünnende Medikamente an, meist über einen Venenzugang, den ihr mit vorbereitet. Ihr lagert die Ferse frei, damit kein Druckgeschwür entsteht, und beobachtet und dokumentiert regelmäßig Durchblutung, Motorik, Sensibilität, Schmerzen, Beinumfang und Vitalzeichen. Beim Arterienverschluss gilt außerdem: keine Spritzen in den Muskel, keine einschnürenden Socken oder Verbände und keine Thrombosestrümpfe.
Frau WeberUnd wie ist es bei Schmerzen im Bein, die immer wieder beim Gehen kommen und in Ruhe verschwinden? Das ist kein akuter Notfall, aber es muss ärztlich abgeklärt werden. Denn dahinter steckt oft eine p A V K. Man spricht auch von der Schaufensterkrankheit, weil die Betroffenen immer wieder stehen bleiben müssen, als würden sie in ein Schaufenster schauen.
Frau WeberZum Schluss dieses Teils noch die E B N-Methode. E B N heißt Evidence-based Nursing, also Pflege, die auf wissenschaftlichen Belegen beruht. Dabei werden die besten aktuellen Forschungsergebnisse mit der Erfahrung der Pflegenden und den Wünschen des Patienten verbunden. Die Methode hat sechs Schritte: Erstens eine Frage aus der Praxis erkennen. Zweitens daraus eine genaue Fragestellung formulieren. Drittens nach Literatur suchen. Viertens die gefundenen Studien kritisch bewerten. Fünftens die Ergebnisse in die Pflege umsetzen. Und sechstens überprüfen, ob es gewirkt hat. Bei Frau Lübke könnte eine Frage zum Beispiel lauten: Welche Ernährung hilft ihr am besten? Dazu kommen die Expertenstandards, zum Beispiel zur Sturzprophylaxe oder zur Dekubitusprophylaxe.
Frau WeberKommen wir zum dritten großen Teil: einzelne Krankheitsbilder. Wir beginnen mit der Herzinsuffizienz, also der Herzschwäche. Die Herzinsuffizienz ist das Unvermögen des Herzens, so viel Blut zu pumpen, wie der Körper braucht. Sie ist keine eigene Krankheit, sondern die Folge verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel eines Herzinfarkts oder eines lange bestehenden Bluthochdrucks. Eine gute Prognose hat sie nur, wenn die Ursache in einem frühen Stadium beseitigt wird.
Frau WeberDie Beschwerden sind Leistungsschwäche, Schwäche und schnelle Ermüdung. Man unterscheidet eine Linksherzschwäche und eine Rechtsherzschwäche. Bei der Linksherzschwäche staut sich das Blut in die Lunge zurück. Die Folge ist Atemnot, zuerst bei Belastung, später auch in Ruhe. Bei der Rechtsherzschwäche staut sich das Blut in den Körperkreislauf zurück. Die Folgen sind Ödeme an Beinen und Knöcheln, gestaute Halsvenen, eine bläuliche Hautfarbe, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem müssen viele Betroffene nachts oft Wasser lassen, das nennt man Nykturie. Und das Herz schlägt oft schneller.
LenaUnd was bedeutet das für Frau Lübke?
Frau WeberFrau Lübke hat Atemnot, besonders im Liegen, und dicke Beine. Das passt gut zu einer Herzschwäche. Die Diagnose stellt aber natürlich der Arzt.
Frau WeberWie stark ein Mensch durch seine Herzschwäche eingeschränkt ist, beschreibt die N Y H A-Einteilung. Das steht für New York Heart Association. N Y H A eins: Der Mensch hat eine Herzerkrankung, aber keine Einschränkung im Alltag. N Y H A zwei: Leichte Einschränkung, Beschwerden bei stärkerer Alltagsbelastung, zum Beispiel beim Treppensteigen. N Y H A drei: Starke Einschränkung, Beschwerden schon bei leichter Belastung, zum Beispiel beim Waschen oder langsamen Gehen. N Y H A vier: Beschwerden bei jeder Aktivität und sogar in Ruhe. Der Mensch ist oft bettlägerig, mit allen Folgen der Immobilität.
Frau WeberPflegende müssen die Belastbarkeit individuell und je nach Situation einschätzen. Je nach Belastbarkeit plant ihr Pausen und Momente der Schonung in die Pflege ein. Bei einer stabilen Herzschwäche, man sagt kompensiert, ist regelmäßiges, angepasstes Ausdauertraining sinnvoll. Es verbessert den Stoffwechsel und die Lebensqualität. Bei zunehmender Immobilität droht dagegen die Gefahr von Druckgeschwüren, Thrombosen, Lungenentzündung, Gelenkversteifungen und Stürzen.
Frau WeberBei der Atmung helfen die Oberkörperhochlagerung und die Herzbettlagerung, die ich gleich erkläre, außerdem eine atemstimulierende Einreibung, produktives Hüsteln und die dosierte Lippenbremse. Bei der Lippenbremse atmet man langsam gegen die leicht geschlossenen Lippen aus. So bleiben die kleinen Atemwege länger offen. Und keine einengende Kleidung.
Frau WeberBeim Schlafen: Durch das nächtliche Wasserlassen schlafen viele schlecht durch. Die geringe Belastbarkeit erhöht den Ruhebedarf am Tag. Wegen der Atemnot schlafen viele mit erhöhtem Oberkörper, genau wie Frau Lübke. Allgemein helfen frische Luft, eine angenehme Raumtemperatur, abends nur leichte Mahlzeiten, Dunkelheit und Ruhe.
Frau WeberBei der Ernährung und Ausscheidung: Eine Flüssigkeitsbilanz und das tägliche Wiegen helfen, Wassereinlagerungen früh zu erkennen. Entwässernde Medikamente gibt es nur nach ärztlicher Anordnung. Eine Obstipationsprophylaxe ist wichtig, denn starkes Pressen belastet das Herz. Empfohlen sind kleine, häufigere Mahlzeiten, leichte, eiweißreiche Kost, nicht zu salzig, und keine blähenden und fettreichen Speisen. Wenn der Arzt eine Trinkmengenbeschränkung anordnet, muss sie eingehalten werden. Bei manchen entwässernden Medikamenten verliert der Körper Kalium. Dann kann kaliumreiche Kost sinnvoll sein, aber nicht bei den sogenannten kaliumsparenden Medikamenten. Das klärt ihr mit dem Arzt.
Frau WeberUnd seelisch: Nehmt die Ängste wahr und passt euer Handeln daran an. Seid zum Gespräch bereit, wenn der Mensch über seine Gefühle sprechen möchte, und entwickelt mit ihm Wege, seine Lebensqualität zu verbessern.
Frau WeberBei der Beratung geht es um Informationen zur Erkrankung, um die Bedeutung der Medikamente und der Therapie und um die Frage, wie der Mensch selbst den Verlauf günstig beeinflussen kann. Konkret: Wie kann ich mich kräfteschonend bewegen? Was muss ich beim Essen beachten und warum? Wie schlafe ich besser? Welche Kleidung hilft gegen Ödeme? Was erleichtert den Toilettengang? Wie lindere ich Atemnot? Und woran erkenne ich, dass sich etwas verschlechtert, und was tue ich dann?
Frau WeberWas tut ihr bei einer akuten Herzinsuffizienz, also wenn sich der Zustand plötzlich stark verschlechtert, zum Beispiel mit schwerer Atemnot? Erstens: Ruhe bewahren und Ruhe ausstrahlen. Zweitens: Den Patienten nicht allein lassen und über die Klingel Hilfe holen. Drittens: Herzbettlagerung. Viertens: Fenster öffnen. Fünftens: Sauerstoff nach ärztlicher Anordnung, oft ein bis drei Liter pro Minute. Sechstens: Vitalzeichen messen, also Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung, und eventuell ein E K G schreiben. Und dann bereitet ihr einen Venenzugang, eine Blutentnahme und die Medikamente vor, die der Arzt anordnet, und überwacht den Patienten.
Frau WeberJetzt zur Herzbettlagerung, denn sie ist sehr wichtig. Bei der Herzbettlagerung wird der Oberkörper hoch gelagert, und die Beine werden nach unten gelagert, wie in einem Sessel mit herunterhängenden Beinen. Sie wird eingesetzt bei einer dekompensierten, also akut verschlechterten Herzschwäche, bei einem Angina-pectoris-Anfall und bei einem Lungenödem, also Wasser in der Lunge.
LenaUnd warum sollen die Beine nach unten?
Frau WeberWeil dann weniger Blut zum geschwächten Herzen zurückfließt. Würdet ihr bei einer akuten Herzschwäche die Beine hochlagern, würde mehr Blut zum Herzen fließen und es noch stärker belasten. Die Herzbettlagerung entlastet also das Herz. Sie hat aber auch einen Preis: Das Gewicht lastet stark auf dem Kreuzbein und dem Steißbein. Deshalb steigt das Risiko für Druckgeschwüre. Und weil der Mensch lange in derselben Position liegt, steigt auch das Risiko für Gelenkversteifungen. Gegen einen Spitzfuß hilft zum Beispiel ein Schaumstoffblock am Fuß, der den Fuß im rechten Winkel hält.
Frau WeberVergleichen wir noch zwei weitere Positionen. Die halbhohe Oberkörperhochlagerung wird zum Beispiel bei einem Schädel-Hirn-Trauma, bei erhöhtem Hirndruck oder nach Schilddrüsenoperationen eingesetzt. Die stärkere Oberkörperhochlagerung hilft bei Herz- und Lungenerkrankungen und unterstützt die Atmung. Arme und Schultern kann man dabei zusätzlich mit Kissen abstützen. In dieser Position kann der Mensch auch gut essen, trinken, lesen oder fernsehen.
Frau WeberKurz zum Lymphsystem. Das Lymphsystem transportiert Flüssigkeit aus dem Gewebe zurück in den Blutkreislauf. In den Lymphknoten werden Krankheitserreger abgefangen. Wenn der Lymphabfluss gestört ist, sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe, und es entsteht ein Lymphödem. Weil die Lymphe in Richtung Herz fließt, lagert man den betroffenen Arm oder das Bein hoch. Der Mensch soll vermeiden, Arme oder Beine lange herunterhängen zu lassen. Sanfte Bewegungsübungen, zum Beispiel Schulterkreisen, fördern den Lymphfluss.
Frau WeberKommen wir zu den Blutdruckstörungen. Zuerst der Bluthochdruck, die arterielle Hypertonie. Ein dauerhaft hoher Blutdruck schädigt auf Dauer die Gefäße, das Herz, das Gehirn und die Nieren. Er ist ein wichtiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Und das Tückische ist: Viele Menschen spüren ihn lange nicht.
Frau WeberBei der Beratung geht es um diese Punkte: den richtigen Umgang mit den Medikamenten und warum man sie regelmäßig nehmen muss. Die Anleitung, den Blutdruck selbst zu messen und ein Blutdrucktagebuch zu führen. Eine gesunde Ernährung, der Abbau von Übergewicht und weniger Salz. Achtung: Gemeint sind höchstens fünf bis sechs Gramm Kochsalz pro Tag, nicht Milligramm. Das kann den oberen Blutdruckwert um etwa fünf bis acht Millimeter Quecksilbersäule senken. Dazu kommen viel Obst und Gemüse, wobei ihr bei einer Trinkmengenbeschränkung auf die Flüssigkeit achtet, und wenig Fett, am besten ungesättigte Fettsäuren.
Frau WeberAußerdem: nicht rauchen, weniger Alkohol, Stress abbauen und mildes Ausdauertraining, etwa dreimal pro Woche dreißig Minuten, zum Beispiel Walken, Schwimmen oder Laufen, am besten mit einem Trainingsplan zusammen mit der Physiotherapie. Ihr könnt Kontakte zu Schulungsprogrammen und Selbsthilfegruppen vermitteln und erklärt, warum regelmäßige Arztbesuche wichtig sind. Dazu ein Beispiel: Eine Gewichtsabnahme von durchschnittlich vier Kilogramm konnte in Studien den oberen Blutdruckwert um etwa vier bis fünf Millimeter Quecksilbersäule senken.
Frau WeberEine gefährliche Situation ist die sogenannte hypertensive Entgleisung, also ein plötzlicher, sehr starker Blutdruckanstieg. Man unterscheidet zwei Formen. Bei der hypertensiven Krise ist der Blutdruck sehr hoch, aber es gibt keine akuten Organschäden. Oft wird ein Wert über zweihundertzwanzig zu hundertzwanzig genannt. In neueren Leitlinien liegt die Grenze meist schon bei etwa hundertachtzig zu hundertzwanzig. Beim hypertensiven Notfall kommen Beschwerden und eine akute Gefahr für Organe dazu, also für Herz, Gefäße, Gehirn und Nieren. Zeichen können zum Beispiel Brustschmerzen, Atemnot, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Lähmungen sein.
Frau WeberWas tut ihr? Ruhe bewahren, den Arzt informieren und den Patienten beruhigen. Er bleibt im Bett, der Oberkörper wird erhöht gelagert, eventuell in Herzbettlagerung. Ihr kontrolliert die Vitalzeichen engmaschig, wenn möglich am Monitor. Sauerstoff gibt es nach ärztlicher Anordnung. Bei Patienten mit der Lungenkrankheit C O P D ist hier besondere Vorsicht nötig, denn zu viel Sauerstoff kann bei manchen von ihnen zu einer gefährlichen Anreicherung von Kohlendioxid im Blut führen. Man nennt das Kohlendioxidnarkose. Deshalb immer Rücksprache mit dem Arzt.
Frau WeberDie Medikamente, mit denen der Blutdruck gesenkt wird, ordnet der Arzt an. Ihr bereitet sie vor, verabreicht sie nach Anordnung und überwacht die Wirkung. Der Blutdruck soll dabei nicht zu schnell und zu stark gesenkt werden, das legt der Arzt fest. Außerdem führt ihr eine Flüssigkeitsbilanz, beobachtet die Wachheit des Patienten und mobilisiert ihn erst wieder nach ärztlicher Anordnung, wenn die Krise vorbei ist.
Frau WeberZur Ernährung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfiehlt man die sogenannte Mittelmeerkost. Sie ist keine strenge Diät, sondern eine ausgewogene Ernährungsweise. Reichlich essen darf man frisches Gemüse, Salat, Obst, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen, Kräuter, Nüsse, Fisch, Geflügel und Olivenöl als wichtigste Fettquelle. In Maßen: Eier und fettarme Milchprodukte. Selten: rotes Fleisch, Wurst und zuckerhaltige Lebensmittel. Achtet auch auf verstecktes Salz, zum Beispiel in Wurst, Käse, Brot, Pizza und Fertigprodukten. Denn Salz bindet Wasser im Körper. Ein Tipp: Ein süßes Frühstück mit Weißbrot und Marmelade lässt den Blutzucker schnell steigen und fallen. Besser sind frisches Obst, Joghurt oder Haferbrei.
Frau WeberJetzt zum Gegenteil, dem niedrigen Blutdruck, der arteriellen Hypotonie. Man spricht davon, wenn der Blutdruck dauerhaft unter hundert zu sechzig Millimeter Quecksilbersäule liegt und der Mensch dadurch Beschwerden hat. Eine besondere Form ist die orthostatische Hypotonie. Dabei fällt der Blutdruck immer wieder ab, wenn der Mensch vom Liegen oder Sitzen aufsteht oder lange steht. Das haben wir beim Schellong-Test schon gehört.
Frau WeberTypische Beschwerden sind Abgeschlagenheit, morgendliche Anlaufschwierigkeiten, Leistungs- und Konzentrationsschwäche, Schwindel mit Schwarzwerden vor den Augen bis hin zu einer kurzen Bewusstlosigkeit, eine gedrückte Stimmung, Frösteln und Blässe. Bei älteren Menschen ist das auch ein wichtiger Grund für Stürze.
Frau WeberWas hilft? Gefäßtraining, zum Beispiel Wechselduschen, Bürstenmassagen und Aufenthalte an der frischen Luft. Regelmäßige Bewegung wie Laufen oder Schwimmen. Ausreichend trinken, mindestens zwei Liter am Tag, sofern der Arzt keine Trinkmengenbeschränkung angeordnet hat. Nicht abrupt aus dem Liegen aufstehen, sondern zuerst aufsetzen, die Füße kreisen lassen, eventuell ein Glas Wasser trinken und dann langsam aufstehen. Und bei langem Stehen die Muskelpumpe der Beine nutzen, zum Beispiel durch Wippen auf den Zehenballen.
Frau WeberKommen wir zu den Erkrankungen der Arterien. Die Arteriosklerose ist eine Sammelbezeichnung für chronische Erkrankungen der Arterien, bei denen die Arterienwand verhärtet und dicker wird. Umgangssprachlich sagt man Gefäßverkalkung. Die Gefäße werden enger, und die Organe dahinter bekommen weniger Blut.
Frau WeberDie wichtigsten Risikofaktoren sind: Rauchen, erhöhte Blutzuckerwerte, besonders bei Diabetes, hohe Blutfette und Cholesterinwerte und Bluthochdruck. Dazu kommen die Veranlagung, das Geschlecht und das Alter. Das Risiko steigt bei Frauen ab etwa fünfundfünfzig Jahren und bei Männern ab etwa fünfundvierzig Jahren. Auch Übergewicht und Bewegungsmangel spielen eine Rolle. Die Folgen können eine p A V K, eine koronare Herzkrankheit mit Herzinfarkt oder ein Schlaganfall sein. Wer an den Beinarterien eine Arteriosklerose hat, hat sie oft auch an anderen Organen.
Frau WeberBei der Prävention und Beratung geht es darum, die Risikofaktoren zu vermeiden: nicht rauchen, den Blutdruck senken, Fettstoffwechselstörungen behandeln, einen Diabetes gut einstellen, Übergewicht abbauen, sich bewegen und Stress reduzieren.
Frau WeberDas Rauchen ist dabei für viele Betroffene sogar der wichtigste Risikofaktor. Es beschleunigt die Entwicklung von Arteriosklerose, p A V K und Herzinfarkt. Wie stark jemand von Nikotin abhängig ist, kann man mit dem Fagerström-Test einschätzen. Dabei wird zum Beispiel gefragt, wie schnell nach dem Aufwachen die erste Zigarette geraucht wird und wie viele Zigaretten es am Tag sind.
Frau WeberBei der Beratung zum Rauchstopp gilt: Beratet zunächst kurz und ohne erhobenen Zeigefinger. Die Motivation entwickelt sich oft langsam und über viele Gespräche. Zeigt die positiven Folgen auf, zum Beispiel mehr Leistungsfähigkeit und mehr Geld im Geldbeutel. Nennt aber auch ehrlich die Schwierigkeiten, vor allem Entzugserscheinungen wie Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Heißhunger. Hilfreich sind Verhaltenstherapie, Kurse, Programme für das Smartphone und Nikotinersatz wie Pflaster, Kaugummis oder Lutschtabletten. Bei akuten Herzproblemen, zum Beispiel kurz nach einem Herzinfarkt, wird Nikotinersatz nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt. Andere Medikamente zur Rauchentwöhnung verschreibt der Arzt. Anlaufstellen sind zum Beispiel der Hausarzt, Beratungsstellen und Angebote der Krankenkassen.
Frau WeberJetzt zur p A V K, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Sie ist eine chronische Verengung oder ein Verschluss der Arterien der Arme oder Beine, meistens der Beine, als Folge einer fortgeschrittenen Arteriosklerose. Die Ziele der Behandlung sind: das Risiko für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und das Bein erhalten.
Frau WeberDie Haut bei einer p A V K ist ab Stadium zwei oft kühl, blass und marmoriert. Kleine Wunden heilen schlecht. Die Haut an Beinen und Füßen ist trocken, die Fußsohlen sind stark verhornt, die Fußnägel wachsen langsam, und die Beinbehaarung geht verloren.
Frau WeberWas tut die Pflege? Ihr tastet regelmäßig die Fußpulse und kontrolliert so die Durchblutung. Ihr achtet darauf, dass der Patient seine blutverdünnenden Medikamente wie angeordnet nimmt. Bis zum Stadium zwei leitet ihr ihn zu einem konsequenten Gehtraining an. Das fördert die Bildung von Umgehungskreisläufen, sogenannten Kollateralen. Ab Stadium drei ist ein Gehtraining nicht mehr sinnvoll.
Frau WeberBei Schmerzen gibt es Schmerzmittel nach ärztlicher Anordnung, und das Bein wird tief gelagert. Keine Wärmeanwendungen, wegen der Verbrennungsgefahr. Keine Kälteanwendungen, denn Kälte verengt die Arterien zusätzlich. Und ganz wichtig: keine Thrombosestrümpfe bei einer p A V K! Denn der Druck von außen würde die ohnehin schlechte Durchblutung weiter verringern.
Frau WeberBei der Fußpflege gilt: nicht barfuß laufen, gut sitzende Schuhe, und die Schuhe vor dem Anziehen auf Steinchen kontrollieren. Die Füße täglich anschauen, auch die Fußsohlen, zum Beispiel mit einem Spiegel, und auf Pilzbefall achten. Körperwarmes Wasser, hautfreundliche Reinigungsmittel und rückfettende Pflege, zum Beispiel mit Urea. Gut abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Selbst kleinste Verletzungen werden desinfiziert und beobachtet. Die Nagelpflege übernimmt ein Podologe. Knochenvorsprünge könnt ihr mit Watte polstern, und die Ferse wird frei gelagert.
LenaUnd wie funktioniert das Gehtraining genau?
Frau WeberZuerst wird die schmerzfreie Gehstrecke ermittelt. Dann geht der Patient in zügigem Tempo mit guter Abrollbewegung, bis ein leichter, beginnender Schmerz auftritt. Dann bleibt er stehen und macht Pause, bis der Schmerz ganz weg ist. Das wiederholt er. Das wird oft dreimal täglich mit je drei Intervallen gemacht. Noch besser ist ein Gehtraining in einer Gefäßsportgruppe, etwa dreimal pro Woche für dreißig bis sechzig Minuten. Die Gruppe motiviert.
Frau WeberEine weitere Übung ist das Ratschow-Training. Der Patient liegt auf dem Rücken und beugt die Beine in Hüfte und Knie im rechten Winkel. Dann bewegt er die Zehenspitzen abwechselnd Richtung Nase und wieder weg, bis ein leichter Schmerz kommt. In der Pause lässt er die Beine über die Bettkante locker herunterbaumeln, damit wieder mehr Blut hineinfließt. Auch diese Übung wird in drei Intervallen gemacht. Dazu kommen Zehenstände und Fußgymnastik, zum Beispiel die Zehen spreizen. Welche Übung am besten passt, hängt davon ab, wo die Engstelle sitzt.
Frau WeberDen akuten Arterienverschluss habt ihr schon kennengelernt. Er ist ein Notfall, bei dem eine Arterie plötzlich verschlossen ist. Der Arzt gibt sofort ein blutverdünnendes Medikament, meist Heparin in die Vene, und ihr bereitet das vor. Starke Schmerzmittel gibt es nach ärztlicher Anordnung. Das Bein wird tief gelagert und in Watte gepackt, der Patient bleibt nüchtern und hat strenge Bettruhe, und eine Operation wird vorbereitet. Keine Thrombosestrümpfe, keine Spritzen in den Muskel.
Frau WeberKommen wir zu den Erkrankungen der Venen. Zuerst die Krampfadern. Varizen sind geschlängelte und erweiterte oberflächliche Venen. Wenn viele Varizen an den Beinen vorhanden sind, spricht man von einer Varikosis. Man unterscheidet sie danach, welche Venen betroffen sind: von den kleinen Besenreisern in der Haut bis zu den großen Stammvenen am Bein.
Frau WeberFür die Pflege und Beratung gibt es eine schöne Merkregel, die S-L-Regel: Sitzen und Stehen ist schlecht, lieber Laufen und Liegen. Oder in der Reihenfolge: Laufen ist besser als Liegen, Liegen ist besser als Stehen, und Stehen ist besser als Sitzen. Denn beim Laufen pumpen die Wadenmuskeln das Blut aus den Venen zurück zum Herzen.
Frau WeberDie Haut bei Venenerkrankungen kann bläulich, violett oder bräunlich verfärbt sein. Die bräunliche Farbe kommt von Abbauprodukten roter Blutkörperchen, die sich in der Haut einlagern. Das sieht man zum Beispiel bei einer chronischen Venenschwäche, nach einer Thrombose oder bei einem Unterschenkelgeschwür, dem Ulcus cruris. Genau so ein Geschwür hat übrigens Frau Lübke.
Frau WeberJetzt zur tiefen Venenthrombose, kurz T V T. Das ist der Verschluss einer tiefen Vene durch ein Blutgerinnsel, einen Thrombus. Die größte Gefahr ist, dass sich ein Teil des Gerinnsels löst und in die Lunge wandert. Dann entsteht eine Lungenembolie, und die kann lebensgefährlich sein.
Frau WeberWas tut die Pflege? Die Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten überwacht oder führt ihr nach ärztlicher Anordnung durch. Früh aufstehen nach Operationen ist die beste Vorbeugung. Um eine Lungenembolie zu vermeiden, vermeidet der Patient abrupte Bewegungen und starkes Pressen beim Stuhlgang. Deshalb ist eine Obstipationsprophylaxe wichtig. Und die Beine werden bei der Körperpflege nicht ausgestrichen oder massiert.
LenaMuss der Patient mit einer Thrombose dann im Bett bleiben?
Frau WeberDa hat sich das Wissen verändert. Oft liest man, dass bei akuter Schwellung und Schmerzen überwiegend Bettruhe gilt und das Bein hoch gelagert wird. Früher war strenge Bettruhe tatsächlich üblich. Die aktuellen Leitlinien sagen aber: Wenn die blutverdünnende Behandlung wirkt und das Bein komprimiert wird, sollen die meisten Patienten nicht im Bett bleiben, sondern sich bewegen. Nur bei starken Beschwerden schont man vorübergehend, und im Liegen wird das Bein hoch gelagert. Wie viel Bewegung erlaubt ist, entscheidet der Arzt. Fragt also immer nach der ärztlichen Anordnung.
Frau WeberDazu kommt die Kompressionstherapie. Zuerst wird das betroffene Bein meist mit Kompressionsbinden gewickelt. Nach dem Abschwellen wird ein medizinischer Kompressionsstrumpf angepasst, meist mindestens der Klasse zwei. Auf dem Rezept müssen die Klasse und Hinweise wie „nach Maß“ und „mit Haftrand“ stehen. Ihr leitet den Patienten an, wie er mit dem Strumpf umgeht. Und ihr erklärt ihm die Therapie und die Risiken, wenn er die Empfehlungen nicht befolgt. Das erhöht die Therapietreue.
Frau WeberUnd was ist, wenn ein Mensch Probleme mit den Arterien und mit den Venen gleichzeitig hat? Dann ist eine flache Lagerung der Beine mit kurzen Phasen der Tieflagerung sinnvoll, aber keine Hochlagerung. Das gilt, solange der Arzt nichts anderes angeordnet hat.
Frau WeberLasst uns die wichtigste Merkregel dieser Stunde noch einmal festhalten. Arterien bringen das Blut vom Herzen weg in die Beine. Wenn sie verengt sind, lagert man die Beine tief, damit die Schwerkraft hilft. Venen bringen das Blut zurück zum Herzen. Wenn sie gestaut sind, lagert man die Beine hoch. Und bei einer arteriellen Erkrankung gibt es keine Thrombosestrümpfe, keine Wärme und keine Kälte.
Frau WeberWir sind am Ende der Stunde. Hier die wichtigsten Punkte. Bei Herz-Kreislauf-Patienten beobachtet ihr Vitalzeichen, Haut, Ödeme und das Gewicht. Eine schnelle Gewichtszunahme bei Herzschwäche ist meistens Wasser und wird dem Arzt gemeldet. Beim Schellong-Test ist ein Abfall von zwanzig zu zehn Millimeter Quecksilbersäule oder mehr krankhaft. Ein Knöchel-Arm-Index unter null Komma neun weist auf eine p A V K hin.
Frau WeberDie Ziele der Pflege sind Selbstpflege und Therapietreue. Aktivierende Pflege heißt: An die Hand nehmen statt aus der Hand nehmen, und zwar angepasst an die Belastbarkeit. Bei akuter Herzschwäche hilft die Herzbettlagerung: Oberkörper hoch, Beine tief. Plötzliche starke Beinschmerzen sind ein Notfall. Blass und kalt spricht für einen Arterienverschluss, dann Bein tief. Rot, warm und geschwollen spricht für eine Thrombose, dann Bein hoch. Und in beiden Fällen informiert ihr sofort den Arzt.
LenaDanke, Frau Weber! Die Merkregeln mit tief und hoch helfen mir wirklich.
Frau WeberDas freut mich, Lena. Und euch allen: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!
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