Katheterisierung der Harnblase – Pflegeschwerpunkte

Katheterisierung der Harnblase – Pflegeschwerpunkte: kostenloses Lern-Audio (18 Min.) für die Pflegeausbildung – als Gespräch zwischen Lehrkraft und Azubis, mit vollständigem Transkript und passender Übung.

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Prüfungstraining: Die Ableitenden Harnwege und Katheterisierung

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Transkript

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Frau WeberWillkommen zur heutigen Unterrichtsstunde über die Katheterisierung der Harnblase. Heute starten wir mit der Definition des Katheterisierens.

Frau WeberWer von euch kann mir sagen, was Katheterisieren der Harnblase bedeutet?

LenaDas ist das Einführen eines Katheters in die Harnblase, um den Inhalt zu entleeren oder Substanzen einzubringen.

JonasGenau, und das kann man aus diagnostischen oder therapeutischen Zwecken machen, oder um die Harnableitung zu kontrollieren.

Frau WeberRichtig, und welche verschiedenen Katheterisierungsarten gibt es?

JonasEs gibt den Dauerkatheter, den einmaligen Katheterismus und den intermittierenden Katheterismus, also mehrmalig.

LenaHeißt das, der Dauerkatheter bleibt länger liegen?

Frau WeberGenau, der Dauerkatheter bleibt über einen längeren Zeitraum in der Blase. Der einmalige Katheterismus wird nur einmal genutzt, und der intermittierende öfter, aber nicht dauerhaft.

JonasUnd warum machen wir das Ganze? Also, wozu dient die Katheterisierung?

Frau WeberDie Zwecke der Katheterisierung können diagnostisch oder therapeutisch sein. Diagnostisch bedeutet zum Beispiel, um Urinproben zu entnehmen. Therapeutisch kann es sein, um die Blase komplett zu entleeren, wenn jemand das nicht selbst kann.

LenaAlso kann man auch Medikamente über den Katheter einbringen, oder?

Frau WeberJa, das ist richtig. Man kann Medikamente einbringen oder die Harnableitung kontrollieren, um eine regelmäßige Entleerung zu gewährleisten.

JonasUnd wie unterscheidet sich das alles noch mal genau? Ist das nicht alles irgendwie ähnlich?

Frau WeberDie Unterschiede liegen in der Dauer und dem Zweck. Dauerkatheter bleiben, wie gesagt, länger liegen. Einmalkatheter werden nur einmalig benutzt, meist für eine sofortige Entleerung. Der intermittierende Katheterismus wird regelmäßig durchgeführt, aber der Katheter wird jedes Mal neu eingeführt.

LenaAh, verstehe. Also eine Art regelmäßige Kontrolle, aber ohne den Katheter dauerhaft drin zu lassen.

Frau WeberGenau, das hast du gut zusammengefasst. Und denkt daran, dass wir im nächsten Kapitel über die Indikationen sprechen werden, wann man eine Katheterisierung durchführt.

Frau WeberJetzt schauen wir uns die Indikationen für die Katheterisierung der Harnblase an. Lena, kannst du eine therapeutische Indikation nennen?

LenaÄhm, Blasenentleerungsstörungen, sowohl akut als auch chronisch, oder?

Frau WeberGenau! Und was wären noch therapeutische Gründe, Jonas?

JonasPräoperative Maßnahmen, wenn eine vollständige Blasenentleerung notwendig ist und wenn während der Operation ein erhöhter Flüssigkeitsumsatz zu erwarten ist, glaube ich.

Frau WeberRichtig, und was bedeutet das konkret für die Pflege?

LenaDass man darauf achten muss, dass die Blase vorher leer ist, um Komplikationen während der OP zu vermeiden.

Frau WeberSehr gut. Noch ein Punkt: Warum ist die Flüssigkeitsbilanzierung wichtig?

JonasUm bei schwer kranken Patienten den Stundenurin genau zu überwachen. Das hilft, ihren Flüssigkeitshaushalt im Blick zu behalten.

Frau WeberPerfekt. Und jetzt zu den diagnostischen Indikationen. Was fällt dir da als Erstes ein, Lena?

LenaFür laborchemische Untersuchungen des Urins kann ein Katheter genutzt werden.

Frau WeberRichtig. Und wofür noch?

JonasMan kann den Restharn bestimmen oder Kontrastmittel instillieren.

LenaUnd, ähm, Untersuchungen der Harnröhre oder Blase auf Veränderungen. Hab ich das richtig verstanden?

Frau WeberJa, genau. Solche Untersuchungen sind wichtig, um Lumeneinengungen und andere Veränderungen festzustellen. Das ist ein guter Überblick über die Indikationen. Gibt es noch Fragen zu diesem Thema?

JonasNein, ich glaube, das passt so weit.

LenaJa, alles klar. Aber ich bin gespannt, was die Kontraindikationen sind.

Frau WeberDann machen wir gleich damit weiter. Im nächsten Kapitel geht es um 'Kontraindikationen und Komplikationen'. Dabei klären wir, wann eine Katheterisierung nicht infrage kommt.

Frau WeberHeute sprechen wir über die Kontraindikationen und Komplikationen der Harnblasenkatheterisierung. Kennt jemand eine Kontraindikation?

LenaÄhm, ich glaube, Harnröhrenabriss ist eine Kontraindikation.

Frau WeberRichtig, Lena. Ein Harnröhrenabriss ist eine klare Kontraindikation. Was noch?

JonasVielleicht Harnröhrenverengung?

Frau WeberGenau, eine Verengung, die keine Katheterpassage zulässt, ist ebenfalls eine Kontraindikation. Und was ist mit der akuten Prostatitis?

LenaIst die auch eine Kontraindikation?

Frau WeberJa, das ist korrekt. Eine akute Prostatitis sollte auch berücksichtigt werden. Nun zu den Komplikationen. Was könnte bei der Katheterisierung passieren?

JonasHarnwegsinfektionen sind eine Möglichkeit, oder?

Frau WeberRichtig, Harnwegsinfektionen sind tatsächlich eine der häufigsten Komplikationen. Die Wahrscheinlichkeit steigt um 3 bis 10 % pro Liegetag, auch bei korrekter Pflege.

LenaUnd was ist mit den Erregern? Gibt es da einen besonders häufigen?

Frau WeberJa, E. coli ist der häufigste Erreger, verantwortlich für 43,6 % der Fälle. Was kann noch passieren?

JonasVielleicht Verletzungen der Harnröhrenschleimhaut?

Frau WeberGenau, das kann auch vorkommen. Außerdem kann es bei Männern zu Infektionen der Prostata und der Nebenhoden kommen.

LenaDas klingt alles ziemlich ernst. Wie kann man das verhindern?

Frau WeberDurch sorgfältige Hygiene und korrekte Anwendungstechnik. Wichtig ist auch, die Indikationen genau zu prüfen, um unnötige Katheterisierungen zu vermeiden. Damit sind wir mit diesem Kapitel durch. Weiter geht es mit den Katheterarten und Materialien.

Frau WeberHeute sprechen wir über die verschiedenen Katheterarten und Materialien. Wer kann mir sagen, wie der Katheterdurchmesser gemessen wird?

JonasDer wird in Charrière gemessen, oder? Ich glaube, 1 Charrière ist ein Drittel Millimeter.

Frau WeberGenau, das ist korrekt. Der Durchmesser eines Katheters wird in Charrière angegeben. Wie sieht es denn mit den Durchmessern für Männer und Frauen aus?

LenaFür Männer nimmt man 14 bis 18 Charrière und für Frauen 12 bis 14 Charrière. Stimmt das?

Frau WeberJa, genau. Und bei Kindern nehmen wir 8 bis 10 Charrière. Was ist der Grund für diese unterschiedlichen Durchmesser?

JonasWeil die Katheter groß genug sein müssen, damit sie nicht verstopfen, aber klein genug, um keine Schleimhautverletzungen zu verursachen.

Frau WeberRichtig. Der Katheter muss genau passen, um Irritationen und Verletzungen zu vermeiden. Jetzt kommen wir zur Anzahl der Lumen. Wer kann dazu etwas sagen?

LenaEinmalkatheter haben ein Lumen, Urindauerdrainagen haben zwei und Spüldrainagen drei Lumen.

Frau WeberSehr gut, Lena. Die Anzahl der Lumen bestimmt, für welchen Zweck der Katheter verwendet wird. Was wisst ihr über die Katheterlänge?

JonasBei Männern sind Einmalkatheter 40 cm lang und bei Frauen 20 cm.

Frau WeberGenau, und das passt sich den anatomischen Gegebenheiten an. Das sind die wichtigsten Punkte zu Katheterarten. Gibt es zu diesem Thema noch Fragen?

LenaNein, ich glaube, das ist alles klar. Es ist interessant, wie viele Details es gibt, die beachtet werden müssen.

JonasJa, das stimmt. Vor allem die unterschiedlichen Längen und Durchmesser.

Frau WeberGut, dann machen wir jetzt weiter mit den Eigenschaften von Kathetermaterialien.

Frau WeberHeute schauen wir uns die Eigenschaften von Kathetermaterialien an. Fangen wir direkt mit Latex an. Was wisst ihr darüber?

JonasLatex ist meistens mit Silikon beschichtet, oder? Es wird eher für kurzzeitige Anwendungen genutzt.

Frau WeberGenau, Latexkatheter sind oft silikonisiert und werden vor allem kurzzeitig verwendet. Warum ist das so, Lena?

LenaWegen der Allergiegefahr. Nicht jeder verträgt Latex.

Frau WeberRichtig. Was wisst ihr über Silikon?

LenaSilikon ist biokompatibel und gut für langfristige Anwendungen, bis zu sechs Wochen.

JonasUnd es gibt auch Silikonkatheter mit Silberbeschichtung, die helfen, Bakterien zu bekämpfen.

Frau WeberSehr gut. Silikon ist auch gut bei der Kontrolle von Inkrustationen. Was ist mit Rotgummi?

JonasRotgummi wird nicht für Allergiker empfohlen. Es ist ein Naturprodukt und wird für große Ballons und Spülkatheter benutzt.

Frau WeberJa, und es ist nicht für langfristige Anwendungen geeignet. Was wisst ihr über PVC?

LenaPVC ist weniger biostabil und wird hauptsächlich für Einmalkatheter verwendet. Der Ballon, falls vorhanden, kann aus Latex sein.

JonasDa muss man wieder aufpassen wegen der Allergiegefahr.

Frau WeberRichtig. Jetzt noch zu Polyurethan. Was sind seine Vorteile?

LenaPolyurethan wird nicht hart, ähnlich wie Silikon. Es ist gut für langfristige Anwendungen, auch bis zu sechs Wochen.

JonasAber der Ballon kann auch aus Latex sein, oder?

Frau WeberJa, das ist richtig. Gut, ihr habt das gut verstanden. Damit sind wir mit diesem Kapitel durch. Machen wir weiter mit dem nächsten Thema: Urinauffangsysteme.

Frau WeberKommen wir nun zu den Urinauffangsystemen. Wer kann mir einige Bestandteile nennen?

LenaEs gibt eine sterile Einzelverpackung und eine Schutzkappe.

JonasUnd der Drainageschlauch darf nicht fehlen. Er ist zwischen 90 und 120 cm lang und mindestens 8 mm weit.

Frau WeberRichtig. Was ist bei der Schiebeklemme wichtig?

LenaSie hilft, den Urinfluss zu kontrollieren.

Frau WeberGenau. Und was gibt es zur Entnahmestelle für Urinproben zu wissen?

JonasSie ist patientennah und selbstabdichtend nach der Punktion.

Frau WeberGut gemacht. Die Pasteur-Tropfkammer ist auch wichtig. Wer kann dazu etwas sagen?

LenaSie hat eine hydrophobe Belüftung und ein dichtes Antirefluxventil.

Frau WeberRichtig. Was ist mit dem Ablasshahn?

JonasDer ist am tiefsten Punkt des Beutels und darf nicht tropfen.

Frau WeberSehr gut. Nun zur Aufhängung. Warum ist sie so wichtig?

LenaDamit der Urinbeutel sicher am Bettholmen fixiert werden kann.

Frau WeberJa, und was fällt euch zum Urinbeutel selbst ein?

JonasEr ist transparent und hat eine Skalierung. Das Volumen hängt von der Mobilität des Patienten ab.

Frau WeberSehr schön zusammengefasst. Merkt euch diese Punkte gut, sie sind essenziell für die korrekte Funktionsweise des Auffangsystems. Im nächsten Kapitel geht es dann um das Katheterset und die Vorbereitung. Bleibt dran, das wird wichtig.

Frau WeberWir sprechen jetzt über das Katheterset und die Vorbereitung der Katheterisierung der Harnblase. Wer kann mir sagen, was in einem sterilen Set enthalten ist?

LenaDa ist ein Einpackpapier drin, das ist ungefähr 50 mal 60 Zentimeter groß. Es ist flüssigkeitsundurchlässig und kann als Arbeitsunterlage genutzt werden.

JonasGenau, und es gibt auch ein Lochtuch, das ist auch 50 mal 60 Zentimeter groß.

Frau WeberSehr gut. Was ist noch dabei?

LenaEine anatomische Pinzette und drei bis sechs pflaumengroße Mulltupfer.

JonasUnd eine Schale für das Hautantiseptikum sowie eine Mullkompresse zum Spreizen der Schamlippen oder zum Halten des Penis.

Frau WeberGenau, und was ist mit der Auffangschale?

LenaDie Auffangschale muss mindestens 700 Milliliter fassen und standfest sein.

JonasOh, ich hab die sterilen Handschuhe vergessen. Die sind auch dabei.

Frau WeberRichtig. Und welche Materialien müssen wir noch vorbereiten?

LenaWir brauchen Händedesinfektionsmittel und ein Schleimhautdesinfektionsmittel.

JonasAußerdem eine sterile Einmalspritze mit anästhesierendem Gleitgel und eine zweite Spritze mit mindestens 10 Milliliter Aqua destillata oder Glycerin-Wasserlösung.

Frau WeberJa, nicht zu vergessen den Katheter in passender Größe plus einen Reservekatheter.

LenaUnd ein zweites Paar sterile Handschuhe, ein steriles Urinauffangsystem, einen Stift zur Beschriftung und einen Abwurf.

JonasWie bereiten wir die Arbeitsflächen vor?

Frau WeberWir nutzen die 3-Flächen-Technik: Das bedeutet, wir haben eine Fläche für den Abwurf, eine unsterile Fläche und eine sterile Fläche. Die sterile Fläche entsteht durch die Öffnung des Kathetersets und das Ausbreiten des Einpackpapiers.

LenaUnd das machen wir am besten zwischen den Beinen des Patienten, wenn er ruhig ist und mitarbeiten kann, richtig?

Frau WeberGenau. Das sichert ein aseptisches Arbeiten. Was ist mit den Tupfern?

JonasDie werden mit mindestens 30 Milliliter Desinfektionsmittel getränkt.

Frau WeberRichtig. Und wie geht es weiter nach der Händedesinfektion?

LenaDann ziehen wir die sterilen Handschuhe an. Manchmal braucht man ein zweites Paar an der Führungshand, wenn keine Pinzette genutzt wird.

Frau WeberSehr gut. Das war eine gute Übersicht über das Katheterset und die Vorbereitung. Jetzt kommen wir zum nächsten Kapitel: 'Der Legevorgang'.

Frau WeberWir kommen jetzt zum Legevorgang des Katheters. Eine wichtige Information vorab: Es wird empfohlen, dass zwei Pflegepersonen daran beteiligt sind. Warum glaubt ihr, ist das sinnvoll?

JonasVielleicht, damit man sicherer arbeiten kann?

Frau WeberGenau! Eine Person legt den Katheter und die andere reicht steril alles an. So kann die Sterilität besser gewährleistet werden. Und wer kann diesen Vorgang durchführen?

LenaDas macht doch eigentlich der Arzt, oder?

Frau WeberRichtig, aber eine examinierte Pflegekraft kann das auch übernehmen, wenn sie die nötige Fachkompetenz hat. Also, die Delegation ist möglich. Jetzt zu den allgemeinen Maßnahmen. Was ist zuerst zu tun?

JonasDen Patienten informieren, was wir machen und warum.

Frau WeberRichtig. Ein informierter Patient kann besser mitarbeiten. Was folgt als nächstes?

LenaDie Desinfektion der Arbeitsflächen. Und man hilft dem Patienten in die Rückenlage.

Frau WeberSehr gut, das ist wichtig für den besten Zugang zur Harnröhre. Jetzt, die spezifische Durchführung: Wie ist es bei der Frau und was muss man dabei beachten?

JonasDie Schamlippen spreizen und dann die Wischdesinfektion, von vorne nach hinten.

Frau WeberRichtig. Und wie viele Tupfer werden verwendet?

LenaInsgesamt sechs. Zwei für die großen Labien, zwei für die kleinen, einer für die Harnröhre und einen zusätzlich vor der Vagina.

Frau WeberSehr gut, damit wird die Umgebung der Harnröhre bakterienfrei. Und was ist beim Einführen des Katheters zu beachten?

JonasGleitmittel auf die Spitze geben, damit der Katheter gut gleitet und die Schleimhaut nicht verletzt wird.

Frau WeberDas ist korrekt. Und wann weiß man, dass der Katheter richtig liegt?

LenaWenn der Urin fließt. Dann noch etwas vorschieben, um sicherzustellen, dass er in der Blase ist.

Frau WeberGenau! Und wie beobachten wir den Urinfluss?

JonasNach 500ml den Urinfluss für etwa 30 Minuten stoppen, um einen Druckausgleich zu ermöglichen.

Frau WeberPerfekt. Das sind die wesentlichen Schritte. Fasst bitte kurz zusammen, was heute wichtig war.

LenaZwei Personen für den Legevorgang, Patienten informieren, Flächen desinfizieren.

JonasSchamlippen spreizen, Desinfektion von vorne nach hinten, Katheter mit Gleitmittel einführen.

Frau WeberSehr gut zusammengefasst. Denken Sie immer an die Hygiene und die richtige Technik. Das war’s für heute. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

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