Gerontopsychiatrische Gesundheitsprobleme – Grundlagen psychischer Gesundheit und Krankheit

Gerontopsychiatrische Gesundheitsprobleme – Grundlagen psychischer Gesundheit und Krankheit: kostenloses Lern-Audio (20 Min.) für die Pflegeausbildung – als Gespräch zwischen Lehrkraft und Azubis, mit vollständigem Transkript und passender Übung.

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Frau WeberHallo und herzlich willkommen! Ich bin Frau Weber, und bei mir ist Lena, eine Auszubildende. Heute geht es um gerontopsychiatrische Gesundheitsprobleme, also um psychische Erkrankungen im höheren Alter. Dazu klären wir zuerst einige Grundlagen: Was ist psychische Gesundheit, was ist psychische Krankheit, wie entstehen psychische Erkrankungen, und was ist das Besondere an der Pflege von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ein kurzer Hinweis vorab: Dieser Podcast ist Teil eurer Ausbildung und ersetzt nicht die Standards eurer Einrichtung.

LenaHallo! Ich bringe die ganzen Begriffe mit „Psych“ oft durcheinander. Psychologie, Psychiatrie, Psychotherapie …

Frau WeberDa bist du nicht allein. Deshalb klären wir die Begriffe gleich am Anfang. Aber zuerst ein paar Zahlen, die zeigen, wie wichtig das Thema ist. Sie stammen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, kurz D G P P N, Stand Januar zweitausenddreiundzwanzig.

Frau WeberInnerhalb eines Jahres sind in Deutschland etwa siebenundzwanzig Komma acht Prozent der Erwachsenen von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das sind knapp achtzehn Millionen Menschen, also mehr als jeder vierte Erwachsene. Aber nur etwa jeder Fünfte von ihnen, nämlich achtzehn Komma neun Prozent, hat im gleichen Jahr Kontakt zu einem Arzt, einer Psychotherapeutin oder einer Beratungsstelle. Viele bleiben also ohne Hilfe.

Frau WeberDie häufigsten Erkrankungen sind Angststörungen. Innerhalb eines Jahres sind etwa fünfzehn Komma vier Prozent der Erwachsenen betroffen. Danach folgen die affektiven Störungen mit neun Komma acht Prozent, dazu gehört vor allem die unipolare Depression mit acht Komma zwei Prozent. Und dann die Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum mit fünf Komma sieben Prozent. Wichtig: Diese Prozentzahlen beziehen sich immer auf alle Erwachsenen in Deutschland, nicht nur auf die Menschen mit einer psychischen Erkrankung.

Frau WeberWeitere Zahlen: Psychische Erkrankungen gehören neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Erkrankungen des Bewegungsapparats zu den vier wichtigsten Ursachen für den Verlust gesunder Lebensjahre. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen haben im Durchschnitt eine etwa zehn Jahre kürzere Lebenserwartung. Und zweitausendeinundzwanzig nahmen sich in Deutschland etwa neuntausendzweihundert Menschen das Leben. Bei der Hälfte bis neunzig Prozent von ihnen lag eine psychische Erkrankung zugrunde.

Frau WeberKommen wir zu den Begriffen. Die Psyche ist die Gesamtheit des Erlebens, Denkens, Fühlens und Wollens eines Menschen. Dazu gehören alle geistigen Fähigkeiten, zum Beispiel das Denkvermögen, die Lernfähigkeit, die Gefühle, die Wahrnehmung, die Empathie, das Wissen, die Intuition und die Motivation.

Frau WeberDie Psychologie ist die Wissenschaft, die das menschliche Erleben und Verhalten beschreibt und erklärt, seine Entwicklung im Laufe des Lebens und alle inneren und äußeren Ursachen dafür. Psychologen haben Psychologie studiert. Sie arbeiten zum Beispiel in der Beratung, in der Diagnostik, in der Forschung oder in Firmen.

Frau WeberDie Psychiatrie, auf Deutsch auch Seelenheilkunde, ist ein Fachgebiet der Medizin. Sie beschäftigt sich mit der Vorbeugung, der Diagnostik, der Behandlung und der Rehabilitation von psychischen Störungen. Sie hat sich aus der Nervenheilkunde entwickelt. Psychiater sind also Ärzte. Sie dürfen zum Beispiel Medikamente verordnen.

Frau WeberDie Psychotherapie ist die gezielte, professionelle Behandlung seelischer Störungen oder seelisch bedingter körperlicher Störungen mit den Mitteln der Kommunikation. Dazu gehören Gespräche, Rollenspiele, Entspannungsverfahren und das Einüben neuer Verhaltensweisen.

LenaUnd wer darf Psychotherapie machen? Nur Ärzte oder auch Psychologen?

Frau WeberGute Frage, denn hier gibt es oft Missverständnisse. Psychotherapie dürfen Ärzte mit einer entsprechenden Weiterbildung machen, und außerdem Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit einer staatlichen Zulassung, der sogenannten Approbation. Viele von ihnen haben Psychologie studiert und danach eine lange Ausbildung gemacht. Man nannte sie früher Psychologische Psychotherapeuten. Diese Psychotherapeuten behandeln also psychische Erkrankungen, genauso wie Ärzte, nur eben ohne Medikamente. Ein Psychologe ohne diese Zulassung darf dagegen keine Psychotherapie als Heilbehandlung anbieten, aber zum Beispiel beraten oder testen.

Frau WeberDie Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist ein eigenes Fachgebiet der Medizin. Sie beschäftigt sich mit psychischen, psychosomatischen und neurologischen Störungen, die in der Kindheit oder Jugend auftreten. Sie steht an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie und Entwicklungspsychologie.

Frau WeberDie Psychosomatik beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen: „Psyche“ heißt Atem, Hauch oder Seele, und „Soma“ heißt Körper. Ein Beispiel: Dauerhafter seelischer Stress kann Magenbeschwerden oder Rückenschmerzen auslösen. Die wichtigste Behandlungsmethode der Psychosomatik ist die Psychotherapie.

Frau WeberUnd jetzt zu unserem eigentlichen Thema: die Gerontopsychiatrie, auch Alterspsychiatrie genannt. „Geronto“ kommt vom griechischen Wort für Greis. Die Gerontopsychiatrie ist die Wissenschaft von der Krankheitslehre, der Diagnostik, der Therapie und der Vorbeugung psychischer Erkrankungen des höheren und hohen Alters. Ich gebe euch einen kurzen Überblick über die wichtigsten Erkrankungen.

Frau WeberIn der Gerontopsychiatrie spricht man oft von den „drei D“: Demenz, Depression und Delir. Die Demenz ist ein fortschreitender Abbau der geistigen Fähigkeiten, vor allem des Gedächtnisses, der Orientierung und des Denkens, so stark, dass der Alltag beeinträchtigt ist. Die Depression ist im höheren Alter die häufigste psychische Störung. Sie wird bei alten Menschen aber oft übersehen, weil man Niedergeschlagenheit, Rückzug oder Schlafstörungen fälschlicherweise für normale Alterserscheinungen hält. Und das Delir ist ein akuter Verwirrtheitszustand. Es beginnt plötzlich, innerhalb von Stunden oder Tagen, und schwankt im Tagesverlauf.

LenaUnd woher kommt so ein Delir?

Frau WeberEin Delir hat bei alten Menschen oft eine körperliche Ursache, zum Beispiel eine Infektion wie eine Harnwegsinfektion oder eine Lungenentzündung, einen Flüssigkeitsmangel, eine Operation, neue Medikamente oder starke Schmerzen. Deshalb ist ein Delir immer ein Warnzeichen und muss sofort dem Arzt gemeldet werden. Viele Menschen mit einem Delir sind nicht unruhig, sondern im Gegenteil sehr still und schläfrig. Das wird leicht übersehen. Pflegende können viel zur Vorbeugung beitragen: ausreichend Flüssigkeit, frühe Bewegung, eine gute Orientierung mit Uhr und Kalender, Brille und Hörgerät griffbereit, ein normaler Tag-Nacht-Rhythmus und vertraute Menschen in der Nähe.

Frau WeberNeben den drei D gibt es im Alter noch weitere wichtige psychische Probleme, zum Beispiel Angststörungen, Suchterkrankungen, vor allem mit Alkohol und mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln, und manchmal Wahnerkrankungen. Und das Suizidrisiko ist bei hochbetagten Menschen, besonders bei Männern, am höchsten.

Frau WeberKommen wir zur Frage: Was ist psychische Gesundheit? Die Weltgesundheitsorganisation definiert sie so: Psychische Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem ein Mensch seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Belastungen des Lebens bewältigen, produktiv arbeiten und etwas zu seiner Gemeinschaft beitragen kann. Und die W H O betont: Psychische Gesundheit hängt nicht nur von der Person selbst ab, sondern auch von den sozialen Umständen und der Umgebung, in der sie lebt.

Frau WeberPsychische Gesundheit ist also mehr als die Abwesenheit von Krankheitssymptomen. Psychisch gesunde Menschen können zum Beispiel: Wohlbefinden erleben und sich positiv fühlen. Sich selbst annehmen. Die eigenen Bedürfnisse erkennen und angemessen befriedigen. Stress und Verluste ausgleichen. Sozial kompetent handeln. Ihre sozialen Rollen ausfüllen, zum Beispiel als Eltern oder im Beruf. Arbeiten und lieben. Fantasie und Wirklichkeit unterscheiden. Und sich an einem Sinn orientieren.

Frau WeberUnd wann spricht man von einer psychischen Krankheit? Dann, wenn durch eine Erkrankung vor allem die psychischen Funktionen eines Menschen verändert sind, also seine Wahrnehmung, sein Antrieb, seine Gefühle, seine Gedanken oder sein Verhalten, und wenn diese Veränderungen zu Leiden und Einschränkungen führen, für den Menschen selbst oder für seine Angehörigen.

Frau WeberWie entstehen psychische Erkrankungen? Hier gibt es wieder das Vulnerabilitäts-Stress-Modell, das ihr vielleicht schon kennt. Vulnerabilität heißt Verwundbarkeit oder Verletzlichkeit. Das Modell sagt: Menschen mit psychischen Störungen sind meist vorbelastet. Sie haben eine erhöhte Anfälligkeit, die genetisch bedingt oder durch frühere Erfahrungen erlernt sein kann. Eine psychische Erkrankung entsteht dann durch das Zusammenspiel von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. Konkret: Zu einer Anfälligkeit kommen Belastungen hinzu, zum Beispiel Stress oder kritische Lebensereignisse wie eine Prüfung oder eine Trennung. Und gleichzeitig fehlen Schutzfaktoren, zum Beispiel gute Bewältigungsstrategien und soziale Unterstützung.

Frau WeberMan kann es in einem Satz zusammenfassen: Psychische Krankheiten entstehen, wenn die Stressbelastung die individuelle Belastbarkeit überschreitet. Warum ist dieses Modell so wichtig? Weil es zeigt, wo man ansetzen kann. Man kann Risiko- und Schutzfaktoren erkennen, und man kann den Verlauf einer psychischen Störung beeinflussen. Das ist die Grundlage für Vorbeugung, Behandlung und Gesundheitsförderung.

LenaUnd was bedeutet das im Alter?

Frau WeberIm Alter gibt es oft besonders viele Belastungen: der Tod des Partners und von Freunden, Einsamkeit, körperliche Krankheiten und Schmerzen, der Verlust von Selbstständigkeit, ein Umzug ins Pflegeheim oder finanzielle Sorgen. Gleichzeitig nehmen manchmal die Schutzfaktoren ab, zum Beispiel weil das soziale Netz kleiner wird. Deshalb sind alte Menschen für psychische Erkrankungen besonders anfällig. Und deshalb ist es so wichtig, dass ihr Schutzfaktoren stärkt, zum Beispiel soziale Kontakte, sinnvolle Beschäftigung und Selbstständigkeit.

Frau WeberKommen wir zur Pflege bei psychischen Erkrankungen. Die Therapieziele sind: die psychische und soziale Stabilisierung, die Unterstützung bei der Bewältigung von Krisen, die Rückkehr in die gewohnte Lebenswelt und der Erhalt und die Verbesserung der Lebensqualität.

Frau WeberWie erreicht der Betroffene diese Ziele? Durch eine realistische Einschätzung von sich selbst und seiner Umgebung. Durch die Übernahme von Verantwortung. Durch die Bewältigung von Alltagsaufgaben. Indem er Hilfe annimmt. Durch die Stärkung seiner persönlichen und sozialen Ressourcen. Durch die Verminderung seiner Anfälligkeit mit Medikamenten oder Psychotherapie. Durch das Erarbeiten günstiger Bewältigungsstrategien. Und durch den Abbau von psychischen und sozialen Belastungen.

Frau WeberEin wichtiges Thema ist auch das Stigma. Stigma bedeutet, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen abgewertet, ausgegrenzt oder mit Vorurteilen belegt werden. Zum Beispiel denken manche, psychisch kranke Menschen seien gefährlich, faul oder selbst schuld. Das stimmt nicht. Aber diese Vorurteile führen dazu, dass viele Betroffene sich schämen und keine Hilfe suchen. Genau deshalb bekommen, wie wir am Anfang gehört haben, viele keine Behandlung. Als Pflegende könnt ihr viel dagegen tun, indem ihr respektvoll über psychische Erkrankungen sprecht und Menschen mit psychischen Erkrankungen genauso wertschätzend behandelt wie alle anderen.

Frau WeberWelche Besonderheiten hat die psychiatrische Pflege? Es gibt sechs. Erstens eine ganzheitliche Sichtweise auf Körper, Geist und Seele. Zweitens den professionellen Aufbau einer Beziehung und die bewusste Gestaltung der Interaktion. Drittens: Manche Patienten haben keine Einsicht in ihre Krankheit und kein Verständnis für Pflege und Behandlung. Viertens den Umgang mit herausforderndem oder aggressivem Verhalten.

Frau WeberFünftens die Übernahme von Ordnungsfunktionen. Das heißt, Pflegende müssen in manchen Situationen auch Kontrolle ausüben oder an einer Behandlung gegen den Willen des Patienten mitwirken. Wichtig: Das ist nur in engen rechtlichen Grenzen erlaubt, zum Beispiel bei einer akuten Gefahr und mit einer ärztlichen Anordnung und einer gerichtlichen Genehmigung. Es ist nie eine Entscheidung der Pflege allein. Und sechstens: Die Erkrankung schränkt oft die Fähigkeit ein, Beziehungen einzugehen, zu kommunizieren und mit der Realität umzugehen. Das erschwert den Zugang zu den Menschen. Deshalb nutzen Pflegende bestimmte Strategien, zum Beispiel das klientenzentrierte Gespräch, um Orientierung zu geben und Probleme zu lösen.

Frau WeberKommen wir zur Soziotherapie. Soziotherapie ist ein Sammelbegriff für alle therapeutisch wirksamen Faktoren in der sozialen Umwelt des Patienten und für die Stärkung seiner Fähigkeit, sich selbst zu helfen. Dazu gehören die Gestaltung eines hilfreichen Umfelds auf der Station, man spricht von Milieugestaltung oder Milieutherapie. Dazu gehört das Training der Alltagsbewältigung, zum Beispiel Einkaufen, Kochen oder den Umgang mit Geld üben. Dazu gehören die Beschäftigungs- und Arbeitstherapie und die Sozialarbeit.

Frau WeberDas Ziel der Soziotherapie ist, die gesunden Kräfte des Menschen zu aktivieren, ihn zur Selbsthilfe anzuregen und ihn unabhängiger von fremder Hilfe zu machen. So sollen Aufenthalte in der psychiatrischen Klinik vermieden oder verkürzt werden. Übrigens gibt es die Soziotherapie auch als ambulante Leistung der Krankenkasse, die ein Arzt verordnen kann, um schwer psychisch kranke Menschen zu Hause zu unterstützen.

LenaUnd wie ist das mit der Zukunft? Werden psychische Erkrankungen im Alter häufiger?

Frau WeberJa, das ist ein wichtiger Punkt. Unsere Gesellschaft wird älter. Der Anteil der alten und hochbetagten Menschen wächst. Und mit dem Alter steigt auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen. Mit mehr alten Menschen wird es auch mehr Menschen mit Demenz, Depressionen und anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen geben. Deshalb wird dieses Wissen für euch in jedem Bereich der Pflege immer wichtiger, nicht nur in der Psychiatrie, sondern auch im Krankenhaus, im Pflegeheim und in der ambulanten Pflege.

Frau WeberDazu noch einige Zahlen zu den Folgen für die Gesellschaft. Etwa jeder dritte Mensch leidet mindestens einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen, und sie sind die häufigste Ursache für eine Frühberentung, also dafür, dass Menschen schon vor dem normalen Rentenalter aus gesundheitlichen Gründen aufhören müssen zu arbeiten. Manchmal liest man sogar „jede zweite Frühberentung“, nach den Zahlen der Rentenversicherung sind es etwa vier von zehn. Die direkten und indirekten Kosten werden auf etwa fünf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frau WeberZum Schluss noch ein Gedanke zu älteren Menschen mit Depression: Depressionen im Alter werden oft übersehen. Achtet auf Zeichen wie Rückzug, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit und Äußerungen wie „Ich bin doch nur noch eine Last“. Nehmt sie ernst und gebt sie an den Arzt weiter.

Frau WeberWir sind am Ende der Stunde. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland hat innerhalb eines Jahres eine psychische Erkrankung, am häufigsten Angststörungen, Depressionen und Suchterkrankungen. Aber nur etwa jeder Fünfte bekommt Hilfe. Die Psychologie ist eine Wissenschaft, die Psychiatrie ein Fachgebiet der Medizin, und Psychotherapie machen Ärzte und approbierte Psychotherapeuten. Die Gerontopsychiatrie beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen im Alter, vor allem mit den drei D: Demenz, Depression und Delir.

Frau WeberPsychische Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell entsteht eine psychische Erkrankung, wenn Belastungen die individuelle Belastbarkeit überschreiten und Schutzfaktoren fehlen. Die psychiatrische Pflege ist ganzheitlich, beziehungsorientiert und muss manchmal Ordnungsfunktionen übernehmen, aber nur in engen rechtlichen Grenzen. Die Soziotherapie stärkt die gesunden Kräfte und die Selbsthilfe. Und begegnet Menschen mit psychischen Erkrankungen ohne Vorurteile, denn Stigma hält viele davon ab, Hilfe zu suchen.

LenaDanke, Frau Weber! Jetzt kann ich die Begriffe endlich auseinanderhalten.

Frau WeberDas freut mich, Lena. Und euch allen: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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