Berührung in der Pflegebeziehung – Nähe, Distanz und Intimsphäre

Berührung in der Pflegebeziehung – Nähe, Distanz und Intimsphäre: kostenloses Lern-Audio (20 Min.) für die Pflegeausbildung – als Gespräch zwischen Lehrkraft und Azubis, mit vollständigem Transkript.

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Frau WeberHallo und herzlich willkommen! Ich bin Frau Weber, und bei mir ist Lena, eine Auszubildende. Heute geht es um Berührung in der Pflegebeziehung, um Nähe und Distanz und um den Schutz der Intimsphäre. Ein kurzer Hinweis vorab: Dieser Podcast ist Teil eurer Ausbildung und ersetzt nicht die Standards eurer Einrichtung.

LenaHallo! Berührung ist ja in der Pflege ganz normal. Muss man darüber wirklich etwas lernen?

Frau WeberGerade weil es so normal ist, lohnt es sich, genau hinzuschauen. Pflege ist ein Berührungsberuf. Ihr berührt Menschen, die ihr kaum kennt, an Stellen, die sonst nur ihre engsten Vertrauten berühren dürfen. Das ist ein großer Vertrauensbeweis, und es bringt eine große Verantwortung mit sich. Wir gehen heute so vor: Zuerst geht es um Nähe und Distanz und die Distanzzonen. Dann darum, was Berührung ist und warum sie ein Grundbedürfnis ist. Danach um Berührung als Kommunikation und um eine gute Berührungsqualität. Und zum Schluss um Intimsphäre, Privatsphäre und den Umgang mit Scham.

Frau WeberBeginnen wir mit Nähe und Distanz. Jeder Mensch hat um sich herum eine Art unsichtbare Blase. Wenn andere diese Blase betreten, fühlen wir uns unwohl, besonders wenn wir sie nicht gut kennen. Der amerikanische Forscher Edward T. Hall hat dafür vier Distanzzonen beschrieben. Die genauen Abstände werden in den Lehrbüchern etwas unterschiedlich angegeben, und sie hängen auch von der Kultur ab. Ich nenne euch die Werte nach Hall.

Frau WeberDie äußerste Zone ist der öffentliche Raum. Er beginnt bei etwa dreieinhalb Metern. Manchmal liest man auch ab etwa zweieinhalb Metern. In diesem Abstand gibt es kaum körperlichen oder sozialen Kontakt, zum Beispiel wenn jemand vor einer Gruppe einen Vortrag hält. Berührungen finden hier höchstens an den Händen statt, zum Beispiel beim Händeschütteln zur Begrüßung.

Frau WeberDie nächste Zone ist der soziale Raum. Er reicht nach Hall von etwa einem Meter zwanzig bis etwa dreieinhalb Meter. Hier finden soziale Begegnungen und Gespräche statt, zum Beispiel mit Kollegen oder beim Einkaufen. Berührungen gibt es hier nur mit Einverständnis, und zwar am Rücken, an den Unterarmen oder an der Schulter. Die Umgangsformen werden eingehalten, also zum Beispiel das Siezen. Und ein wichtiger Satz: Das Patientenzimmer ist ein sozialer Raum, den ihr nicht ungebeten betreten dürft. Deshalb klopft ihr immer an.

Frau WeberDie dritte Zone ist der persönliche Raum. Er reicht etwa von fünfundvierzig Zentimetern bis etwa einem Meter zwanzig. Das ist ungefähr fünfzig bis hundertzwanzig Zentimeter, also etwa eine Armlänge. Dieser Raum ist ausgewählten Menschen vorbehalten, zum Beispiel Freunden und Familienangehörigen. Man darf ihn nicht ohne Zustimmung betreten. Berührungen in diesem Bereich betreffen zum Beispiel das Gesicht oder die Füße.

Frau WeberDie innerste Zone ist der intime Raum. Er umfasst etwa fünfundvierzig bis fünfzig Zentimeter rund um den Körper. In diesen Raum dürfen normalerweise nur der Lebenspartner und vielleicht enge Familienangehörige. Und jetzt kommt das Besondere an der Pflege: Ihr müsst ständig in diesen intimen Raum eindringen, zum Beispiel bei der Körperpflege, beim Anziehen oder bei der Ausscheidung. Deshalb müsst ihr euch dafür die Zustimmung holen.

LenaDas heißt, ich frage vor jeder Berührung?

Frau WeberIhr kündigt jede Berührung an und holt euch die Zustimmung. Zum Beispiel: „Frau Meier, ich würde Ihnen jetzt gerne den Rücken waschen. Ist das in Ordnung?“ Bei Menschen, die nicht sprechen können, zum Beispiel bei schwerer Demenz oder Bewusstlosigkeit, kündigt ihr die Berührung trotzdem an und achtet genau auf ihre Reaktionen, zum Beispiel auf Anspannung, Abwehr oder Entspannung. Und im Notfall, wenn schnell gehandelt werden muss, geht die Rettung vor. Dann handelt ihr im mutmaßlichen Willen des Menschen.

Frau WeberWie wahrt ihr eine professionelle Distanz? Dazu gibt es mehrere Punkte. Erstens: Die professionelle Beziehung zeigt sich in der Sprache. Seid vorsichtig mit dem, was ihr sagt und zeigt, sprecht auf der Sachebene, und siezt die Menschen, außer sie wünschen ausdrücklich etwas anderes oder es sind Kinder. Zweitens: Trennt klar zwischen einer persönlichen und einer professionellen Beziehung, zum Beispiel bei den Gesprächsthemen. Erzählt also nicht ausführlich von eurem Privatleben. Und wenn Patienten oder Angehörige unangemessene Ansprüche stellen, zieht ihr Grenzen.

Frau WeberDrittens: Besprecht Probleme in der Beziehung zu einem Patienten im Team und sucht gemeinsam eine Lösung. Viertens: Beachtet die Distanzzonen. Überschreitet den intimen Raum nur, wenn es nötig ist, und dann mit Einverständnis. Und fünftens ein Satz, der euch schützen soll: Empathie nur so weit, wie man selbst belastbar ist. Das ist wichtig, damit ihr nach Feierabend abschalten könnt. Einfühlungsvermögen ist eine Kernkompetenz der Pflege, aber ihr dürft euch nicht so sehr in das Leid anderer hineinziehen lassen, dass ihr selbst krank werdet.

LenaUnd was mache ich, wenn ein Patient mir zu nahe kommt, zum Beispiel anzügliche Bemerkungen macht?

Frau WeberDas ist eine wichtige Frage, denn das passiert leider immer wieder. Ihr habt das Recht, klare Grenzen zu setzen. Sagt deutlich und ruhig: „Das möchte ich nicht. Bitte lassen Sie das.“ Informiert eure Praxisanleitung oder die Stationsleitung. Und wenn es wieder passiert, müsst ihr diesen Patienten nicht allein versorgen. Sexuelle Belästigung müsst ihr nicht hinnehmen, auch nicht von Patienten. Euer Arbeitgeber hat die Pflicht, euch davor zu schützen.

Frau WeberKommen wir zur Berührung selbst. Das Wort Berührung hat mehrere Bedeutungen. Erstens beschreibt es den körperlichen Vorgang, also den Kontakt mit der Haut. Das nennt man haptisch. Zweitens wird es im emotionalen Sinn benutzt, zum Beispiel wenn uns ein Film „berührt“. Und drittens bedeutet es auch „etwas erwähnen“, zum Beispiel „ein Thema berühren“.

Frau WeberBerührung ist ein Grundbedürfnis des Menschen, und zwar von Anfang an. Schon im Mutterleib reagiert das Ungeborene auf Berührungen. Manchmal liest man, dass erste Berührungsreize ab der fünften Schwangerschaftswoche wahrgenommen werden. Nach den meisten Fachbüchern reagiert der Embryo etwa ab der achten Schwangerschaftswoche auf Berührungen im Bereich des Mundes. Ab dem dritten Monat spürt der Fötus dann Berührungsreize am ganzen Körper und kann mit Bewegungen darauf reagieren.

Frau WeberDie Wand der Gebärmutter zeigt dem Ungeborenen seine Grenzen. Nach der Geburt fehlt diese Begrenzung. Dann kann nur noch Berührung einem Menschen die Grenzen seines eigenen Körpers spürbar machen. Deshalb fühlen sich Babys wohl, wenn sie eng eingewickelt oder gehalten werden. Und deshalb berühren sich auch Erwachsene selbst, um sich zu beruhigen, zum Beispiel indem sie an einem Knopf oder einer Naht spielen oder die Hände kneten.

Frau WeberBerührung kann viele Gefühle auslösen: Sympathie, Dankbarkeit, Liebe und Geborgenheit, aber auch Ärger, Furcht und Widerwillen. Und Berührungsreize können Reflexe auslösen, die für das Überleben wichtig sind. Ein Beispiel ist der Suchreflex beim Neugeborenen: Wenn man seine Wange berührt, dreht es den Kopf und sucht die Brust.

Frau WeberWie wichtig Berührung ist, zeigt die sogenannte Känguru-Methode. Dabei wird ein Frühgeborenes nackt auf die nackte Brust der Mutter oder des Vaters gelegt, und beide werden warm zugedeckt. Das hat viele Vorteile. Das Kind kühlt nicht aus. Seine Atmung wird durch die Atembewegungen der Eltern reguliert. Sein Herzschlag wird stabiler, weil es den Herzschlag der Eltern hört. Die Durchblutung verbessert sich, und die Sauerstoffsättigung wird stabiler. Das Kind verbraucht weniger Kalorien und nimmt schneller zu. Es hat bessere Überlebenschancen, entwickelt sich seelisch und sozial besser, und die Beziehung zwischen Eltern und Kind wird gestärkt.

Frau WeberKommen wir zur Berührung als Form der Kommunikation. Berührung ist die älteste Form der Kommunikation. Man kann sie bewusst oder unbewusst einsetzen. Sie kann positive, aber auch negative Gefühle vermitteln, und sie kann auch ein Ausdruck von Macht sein. Berührung ist Teil der nonverbalen Kommunikation, und sie ist immer wechselseitig: Wer berührt, wird auch berührt. Der Körper reagiert auf jede Berührung mit dem Gefühl, das sie auslöst, zum Beispiel mit Entspannung oder mit Anspannung. Und was eine Berührung bedeutet, hängt auch von der Kultur und der Religion ab. In manchen Kulturen ist es zum Beispiel nicht üblich, dass sich Männer und Frauen berühren, die nicht verwandt sind.

LenaUnd wie berühre ich einen Patienten gut?

Frau WeberGute Berührung ist erlernbar. Sie drückt eure innere Haltung aus, und sie wirkt dann besonders gut, wenn eure Berührung zu euren Worten passt. Das nennt man Kongruenz. Professionelles Berühren setzt gezieltes und bewusstes Handeln voraus, und es vermittelt Sicherheit. Dafür gibt es Qualitätsmerkmale.

Frau WeberErstens: das Einverständnis einholen. Zweitens: Eindeutigkeit. Die Berührung soll klar sein, zum Beispiel die Hand mit ruhigem, festem Kontakt auflegen und nicht zaghaft tippen oder kitzeln. Drittens: Flächenhaftigkeit. Berührt mit der ganzen Hand, nicht nur mit den Fingerspitzen. Das wirkt beruhigender und sicherer. Viertens: angemessener Druck, nicht zu fest und nicht zu leicht. Fünftens: eine angemessene Bewegung, ruhig und gleichmäßig. Sechstens: die Intimzonen beachten. Siebtens: sich am Bewusstseinszustand des Menschen orientieren. Bei einem Menschen, der nicht wach ist, kündigt ihr die Berührung besonders deutlich an. In der Basalen Stimulation nutzt man dafür eine sogenannte Initialberührung, zum Beispiel an der Schulter oder am Arm, am Anfang und am Ende jeder Pflegehandlung.

Frau WeberUnd achtens nennt man oft die Durchführung ohne Handschuhe. Das ist aus Sicht der Berührungsqualität richtig, denn eine Berührung ohne Handschuhe fühlt sich wärmer und menschlicher an. Aber Achtung: Hier geht die Hygiene vor. Handschuhe sind immer nötig, wenn ihr mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin, Stuhl oder Wundsekret in Kontakt kommen könnt, mit Schleimhäuten oder mit nicht intakter Haut, und bei bestimmten Infektionen. Bei einer Rückenmassage oder einer beruhigenden Hand auf der Schulter braucht ihr dagegen keine Handschuhe. Richtet euch dabei immer nach dem Hygieneplan eures Hauses.

Frau WeberKommen wir zur Berührung in der Pflege. Jeder Kontakt mit einem Pflegebedürftigen führt zu einer gegenseitigen Berührung, körperlich oder emotional. Berührung hilft, eine Beziehung aufzubauen, und sie ermöglicht Einblicke in das Leben des Menschen, sodass man ihm auf allen Ebenen helfen kann. Gleichzeitig hat Berührung in der Pflege auch viel Macht. Denn der Pflegebedürftige ist oft auf sie angewiesen und kann ihr nicht einfach ausweichen. Deshalb müsst ihr damit sehr verantwortungsvoll umgehen.

Frau WeberMan unterscheidet die leibliche und die emotionale Berührung. Die leibliche Berührung findet bei jedem körperlichen Kontakt statt, zum Beispiel bei der Körperpflege, der Mobilisation oder beim Verbandswechsel. Je nachdem, wo ihr jemanden berührt, ist das ein großer Eingriff in seine Privatsphäre. Jeder Mensch nimmt Berührung anders wahr. Und sie kann gezielt eingesetzt werden, zum Beispiel mit einer guten Berührungsqualität, mit der Basalen Stimulation oder mit Therapeutic Touch.

Frau WeberDie emotionale Berührung findet bei jedem Kontakt statt, auch ohne Körperkontakt. Sie zeigt sich in Gefühlsregungen, die sich manchmal auch körperlich ausdrücken, zum Beispiel durch Tränen oder Herzklopfen. Sie wird durch das gesprochene Wort, den Tonfall, die Mimik und die Gestik ausgelöst. Und sie kann auch unabhängig von der aktuellen Situation sein, zum Beispiel wenn ein Satz einen Patienten an etwas Schönes oder Trauriges aus seinem Leben erinnert.

Frau WeberKommen wir zur Intimsphäre und Privatsphäre. Die Intimsphäre ist der Bereich des persönlichen Erlebens, über den man normalerweise nicht spricht und den man aus Takt oder zum Schutz des eigenen Selbstgefühls sorgfältig abschirmt. Dazu gehören zum Beispiel der eigene nackte Körper, die Sexualität und die Ausscheidung. Die Privatsphäre ist etwas weiter gefasst. Sie ist der Raum zur freien Entfaltung der Persönlichkeit, eine Möglichkeit zum Rückzug, sie umfasst die Intimität und die Kontrolle darüber, mit wem man Kontakt hat.

LenaIm Krankenhaus hat man ja kaum Privatsphäre, gerade im Mehrbettzimmer.

Frau WeberGenau, und deshalb ist es so wichtig, sie aktiv zu schützen. Dafür gibt es viele praktische Maßnahmen. Klopft deutlich an, bevor ihr ein Zimmer betretet, und wartet einen Moment. Vermeidet häufige Störungen, indem ihr mehrere Tätigkeiten zusammenlegt. Sprecht mit dem Patienten ab, wann welche Pflegemaßnahme stattfinden soll. Wenn möglich, werden Frauen von Pflegerinnen und Männer von Pflegern versorgt, besonders wenn das aus kulturellen oder religiösen Gründen gewünscht ist. Das Pflegeversicherungsgesetz sagt sogar ausdrücklich, dass der Wunsch nach einer gleichgeschlechtlichen Pflege nach Möglichkeit berücksichtigt werden soll.

Frau WeberWeitere Maßnahmen sind: Hängt, wenn möglich, bei Pflegetätigkeiten oder bei nötigen Ruhezeiten ein Schild „Bitte nicht stören“ an die Tür. Führt Körperpflege und Ausscheidung, wenn möglich, im Bad durch. Nutzt bei der Körperpflege einen Sichtschutz und bittet Besucher, kurz das Zimmer zu verlassen. Entfernt Kleidung oder Bettdecke nie ohne Vorankündigung. Erklärt jede Pflegetätigkeit, bevor ihr sie durchführt. Und deckt bei der Ganzkörperpflege nur den Bereich auf, den ihr gerade wascht. Der Rest bleibt zugedeckt.

Frau WeberUnd noch mehr: Fragt um Erlaubnis, bevor ihr etwas aus dem Schrank oder dem Nachttisch nehmt. Sucht für persönliche Gespräche eine ruhige Umgebung, und bittet, wenn möglich, Angehörige und Mitpatienten aus dem Zimmer. Lüftet regelmäßig, um Gerüche zu verringern. Bietet eventuell Ohrstöpsel an, um Geräusche zu dämpfen. Und achtet bei der Belegung der Zimmer darauf, dass die Patienten zusammenpassen.

Frau WeberZum Schluss der Umgang mit Scham. Scham ist ein ganz natürliches Gefühl, wenn die eigene Intimsphäre verletzt wird. Und in der Pflege überschreiten wir ständig Grenzen, auch wenn wir es gut meinen. Dazu drei Grundsätze. Erstens: Seid euch bewusst, dass viele Pflegehandlungen eine Grenzüberschreitung sind. Was für euch Routine ist, ist für den Patienten vielleicht das erste Mal, dass ein fremder Mensch ihn nackt sieht. Zweitens: Geht behutsam mit Scham und mit Verletzungen der Intimsphäre um. Und drittens: Achtet auf die nonverbalen Signale, zum Beispiel wenn jemand die Decke festhält, den Blick abwendet, errötet oder sich verkrampft.

LenaWas kann ich konkret tun, wenn ich merke, dass sich jemand schämt?

Frau WeberSprecht es behutsam an oder nehmt es einfach ernst, ohne es groß zu machen. Deckt den Menschen zu, erklärt ruhig, was ihr tut, und lasst ihn so viel wie möglich selbst machen, zum Beispiel den Intimbereich selbst waschen, wenn er das kann. Bleibt sachlich und freundlich, macht keine Witze über seinen Körper, und sprecht nicht mit Kollegen über ihn, während er dabei ist. Und manchmal hilft ein einfacher Satz wie: „Das ist für mich ganz normal, Sie müssen sich nicht schämen.“ So gebt ihr dem Menschen ein Stück Würde zurück.

Frau WeberWir sind am Ende der Stunde. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Nach Edward T. Hall gibt es vier Distanzzonen: den öffentlichen Raum ab etwa dreieinhalb Metern, den sozialen Raum von etwa einem Meter zwanzig bis dreieinhalb Metern, den persönlichen Raum von etwa fünfundvierzig bis hundertzwanzig Zentimetern und den intimen Raum bis etwa fünfundvierzig Zentimeter. Die genauen Werte unterscheiden sich je nach Lehrbuch und Kultur. In der Pflege betretet ihr oft den intimen Raum. Deshalb kündigt ihr jede Berührung an und holt euch die Zustimmung. Professionelle Distanz wahrt ihr über die Sprache, das Siezen, klare Grenzen und das Gespräch im Team.

Frau WeberBerührung ist ein Grundbedürfnis von Anfang an, wie die Känguru-Methode zeigt. Sie ist die älteste Form der Kommunikation und kann auch Macht ausdrücken. Gute Berührung ist eindeutig, flächig, mit angemessenem Druck und ruhiger Bewegung, sie beachtet die Intimzonen und den Bewusstseinszustand. Ohne Handschuhe fühlt sie sich besser an, aber bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Schleimhäuten oder Wunden geht die Hygiene vor. Schützt die Intimsphäre aktiv: anklopfen, Sichtschutz, nur aufdecken, was gerade gepflegt wird, und alles vorher erklären. Und nehmt Scham ernst.

LenaDanke, Frau Weber! Ich werde jetzt viel bewusster darauf achten, wie ich Patienten berühre.

Frau WeberDas freut mich, Lena. Und euch allen: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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