Vitalwerte ermitteln – Körpertemperatur

Vitalwerte ermitteln – Körpertemperatur: kostenloses Lern-Audio (19 Min.) für die Pflegeausbildung – als Gespräch zwischen Lehrkraft und Azubis, mit vollständigem Transkript.

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Transkript

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Frau WeberWillkommen zu unserer Unterrichtsstunde über das Ermitteln von Vitalwerten. Heute besprechen wir die Körpertemperatur.

Frau WeberDie Körpertemperatur ist ein Maß für den Wärmezustand des Körpers. Was meint ihr, wo im Körper die Wärme hauptsächlich produziert wird?

JonasHm, ich glaube in den Muskeln?

LenaUnd vielleicht auch in der Leber?

Frau WeberGenau! Wärme entsteht vor allem in der Leber und den Muskeln als Nebenprodukt von Stoffwechselvorgängen.

LenaUnd die Temperatur bleibt immer gleich?

Frau WeberJa, die Körpertemperatur wird relativ konstant auf etwa 37 Grad Celsius reguliert. Warum ist das wichtig?

JonasDamit der Körper richtig funktioniert?

Frau WeberRichtig. Das Gleichgewicht zwischen Wärmeproduktion und Wärmeabgabe ist entscheidend.

LenaWie gibt der Körper die Wärme ab?

Frau WeberÜber die Haut, die Atmung und die Ausscheidung. Das hilft, die Temperatur konstant zu halten.

JonasAber manchmal hat man doch Fieber, oder?

Frau WeberJa, Veränderungen der Körpertemperatur können ein Hinweis auf Erkrankungen sein. Der Sollwert der Körperkerntemperatur wird vom Hypothalamus im Gehirn festgelegt.

LenaGibt es dafür Sensoren im Körper?

Frau WeberGenau! Thermorezeptoren messen die tatsächliche Temperatur im Körper, auf der Haut und im Rückenmark.

JonasKann man sagen, dass die Temperatur auch von außen beeinflusst wird?

Frau WeberSehr gute Frage! Ja, im nächsten Kapitel besprechen wir die beeinflussenden Faktoren auf die Körpertemperatur.

Frau WeberGut, dann schauen wir uns jetzt die Faktoren an, die die Körpertemperatur beeinflussen. Wer von euch kann mir einen Faktor nennen?

LenaIch glaube, das Lebensalter spielt eine Rolle, oder?

Frau WeberRichtig, Lena. Das Lebensalter kann die Körpertemperatur beeinflussen. Bei Säuglingen und älteren Menschen ist die Wärmeregulation oft nicht so stabil. Weiß jemand, warum das wichtig ist?

JonasÄhm, vielleicht weil sie schneller frieren oder überhitzen können?

Frau WeberGenau, Jonas. Ihre Körpertemperatur kann schneller schwanken. Was meint ihr, wie Hormone die Temperatur beeinflussen können?

LenaVielleicht ändern sich die Hormone bei Frauen während des Zyklus, und das beeinflusst die Temperatur?

Frau WeberJa, sehr gut. Hormonelle Veränderungen, wie sie während des Menstruationszyklus oder in der Menopause auftreten, können die Körpertemperatur beeinflussen. Welche Umgebungsfaktoren kennt ihr noch?

JonasAlso, ich denke, die Umgebungstemperatur ist wichtig. Wenn's draußen heiß ist, wird man auch wärmer.

Frau WeberRichtig, und das gilt auch umgekehrt für kühle Umgebungen. Das Wetter beeinflusst, wie viel Wärme unser Körper abgeben oder speichern muss. Und was ist mit Emotionen?

LenaKönnte Stress die Körpertemperatur beeinflussen?

Frau WeberJa, Stress sowie Freude können die Temperatur leicht erhöhen. Das liegt daran, dass solche Emotionen den Stoffwechsel anregen. Gute Beobachtung, Lena!

JonasAlso, wenn ich fröhlich bin, werde ich wärmer?

Frau WeberGenau! Das ist eines der Beispiele für psychologische Faktoren. Denkt daran: Lebensalter, Hormone, Umgebungsbedingungen und Emotionen sind alles wichtige Faktoren. Haben alle das verstanden?

LenaJa, das macht Sinn. Es ist nicht nur die physiologische Regulierung.

JonasJetzt verstehe ich auch, warum man manchmal schwitzt, wenn man nervös ist.

Frau WeberGut, dann haben wir jetzt einen Überblick über die beeinflussenden Faktoren. Im nächsten Kapitel schauen wir uns an, wie wir die Körpertemperatur bewerten.

Frau WeberJetzt schauen wir uns die Bewertung der Körpertemperatur genauer an. Jonas, kannst du mir sagen, was als normale Körpertemperatur gilt?

JonasÄhm, die normale Körpertemperatur liegt zwischen 36,3 und 37,4 Grad Celsius, richtig?

Frau WeberGenau, das ist korrekt. Und was ist, wenn die Temperatur darunter liegt, Lena?

LenaDann spricht man von Untertemperatur, wenn sie 36,2 Grad oder weniger ist.

Frau WeberSehr gut! Und bei welcher Temperatur wird es gefährlich?

JonasBei 42,6 Grad Celsius beginnt die Eiweißgerinnung und das ist lebensbedrohlich.

Frau WeberRichtig, das ist ein kritischer Punkt. Es ist wichtig, diese Zahlen im Kopf zu behalten. Was passiert bei sehr hohem Fieber, Lena?

LenaSehr hohes Fieber hat man bei 40 Grad Celsius oder mehr.

Frau WeberGenau! Und was bedeutet es, wenn jemand eine Körpertemperatur von zum Beispiel 38,5 Grad Celsius hat?

JonasDas wäre leichtes Fieber, oder?

Frau WeberJa, genau! Und wie ist die Einteilung darüber hinaus?

LenaSubfebrile Temperatur ist zwischen 37,5 und 38 Grad. Dann kommt leichtes Fieber, mäßiges Fieber zwischen 38,6 und 39 Grad, und hohes Fieber ist zwischen 39,1 und 39,9 Grad.

Frau WeberSehr gut, ihr habt das gut verstanden. Kann jemand von euch erklären, warum es wichtig ist, die genaue Temperatur zu kennen?

JonasWeil man dann besser einschätzen kann, wie ernst es ist und welche Maßnahmen man ergreifen muss.

LenaJa, und um zu schauen, ob eine Behandlung notwendig ist. Zum Beispiel, ob man einen Arzt rufen sollte.

Frau WeberGenau, das sind wichtige Punkte. Die genaue Messung und Bewertung der Temperatur helfen, schnelle und richtige Entscheidungen zu treffen. Jetzt, wo wir die Bewertung kennen, werden wir uns im nächsten Kapitel mit der Beobachtung der Körpertemperatur beschäftigen.

Frau WeberGut, dann kommen wir zu den Beobachtungen der Körpertemperatur.

LenaWas kann ich denn beobachten, wenn jemand Fieber hat?

Frau WeberEine heiße Stirn und rote Wangen sind typische Anzeichen. Das hast du sicher schon einmal erlebt.

JonasUnd was ist mit anderen Körperteilen?

Frau WeberSehr wichtig, Jonas. Manchmal sind die Extremitäten, also Arme und Beine, eher kühl.

LenaWarum ist das so?

Frau WeberDer Körper versucht, die Kerntemperatur zu halten und zieht das Blut in die Körpermitte zurück. Das führt zu kühlen Extremitäten.

JonasAh, das macht Sinn! Und was bedeutet Muskelzittern?

Frau WeberMuskelzittern kann ein Hinweis darauf sein, dass sich die Körpertemperatur ändert. Der Körper erzeugt durch das Zittern Wärme.

LenaDas ist, wie wenn man im Winter friert und zittert. Dann wärmt man sich ja auch auf.

Frau WeberGenau, das ist ein gutes Beispiel. Beim Frieren zieht sich der Körper zusammen, um Wärme zu produzieren.

JonasUnd wie stehen diese Beobachtungen im Zusammenhang mit der Temperaturveränderung?

Frau WeberWenn wir solche Veränderungen bemerken, sollten wir die Körpertemperatur messen, um festzustellen, ob jemand Fieber oder Unterkühlung hat.

LenaWir haben schon darüber gesprochen, dass normale Körpertemperaturen zwischen 36,3 und 37,4 Grad liegen.

Frau WeberRichtig, und diese Beobachtungen helfen uns, Abweichungen frühzeitig zu erkennen.

JonasAlso sollten wir auf heiße Stirn, rote Wangen, kühle Extremitäten und Muskelzittern achten, richtig?

Frau WeberGenau, das sind wichtige Hinweise auf eine Temperaturveränderung.

LenaVerstehe, wir sollten also immer aufmerksam sein und gut beobachten.

Frau WeberSehr gut, das ist wichtig. Damit sind wir mit den Beobachtungen durch. Im nächsten Kapitel geht es dann um die Durchführung der Temperaturmessung.

Frau WeberGut, wir setzen mit der Durchführung der Körpertemperaturmessung fort. Welche Messorte kennt ihr?

LenaÄhm, ich glaube, einer ist sublingual, also unter der Zunge. Richtig?

Frau WeberGenau, sublingual ist einer der Messorte. Welche anderen gibt es noch?

JonasDann gibt es noch rektal, im Mastdarm, und tympanal, also am äußeren Gehörgang.

Frau WeberSehr gut! Wisst ihr auch, was bei der Wahl des Thermometers zu beachten ist?

LenaHm, das ist abhängig vom Messort und vom Zustand des Patienten, oder?

Frau WeberRichtig. Auch Alter, Erkrankung, Befinden und Bewusstseinszustand spielen eine Rolle. Und welche Thermometer kennt ihr?

JonasDa gibt es zum Beispiel Digitalthermometer und Infrarot-Ohrthermometer.

Frau WeberJa, genau. Es gibt auch elektronische Thermometer mit Messfühler und Maximumthermometer. Jetzt, zur Genauigkeit: Welche Messmethode gilt als besonders genau?

LenaDie rektale Messung ist doch besonders genau, oder?

Frau WeberGenau. Die sublinguale Messung liegt etwa 0,3 bis 0,5 Grad Celsius niedriger als die rektale. Warum ist das wichtig zu wissen?

JonasDamit man die Werte richtig einordnen kann und keine falschen Schlüsse zieht.

Frau WeberGenau, das ist wichtig für die richtige Bewertung der Körpertemperatur. Erinnern wir uns an die Vorgehensweise: Was ist zum Beispiel bei der sublingualen Messung zu beachten?

LenaMan sollte 15 Minuten vorher keine kalten oder heißen Getränke zu sich nehmen, sonst wird das Ergebnis verfälscht.

Frau WeberRichtig. Und bei der tympanalen Messung, was ist da wichtig?

JonasBei kleinen Kindern muss der Kopf stabil sein, und das Ohr wird nach hinten oder schräg oben gezogen, je nach Alter.

Frau WeberSehr gut. Wie sieht es bei der rektalen Messung aus? Was ist da besonders zu beachten?

LenaBei Kindern darf das Thermometer maximal 2,4 cm tief eingeführt werden, bei Säuglingen nur 1,4 cm. Und immer ein Thermometer mit abgerundeter Spitze benutzen.

Frau WeberGenau. Auch wichtig ist, dass man das Thermometer sicher hält, vor allem bei unruhigen Patienten. Gut gemacht, ihr zwei. Bevor wir weitermachen, wiederholen wir das Wichtige: Die Wahl des Thermometers hängt von Messort und Zustand des Patienten ab. Rektal ist besonders genau, sublingual liegt 0,3 bis 0,5 Grad niedriger. Unser nächstes Kapitel behandelt die Dokumentation der Körpertemperatur. Bereit?

Frau WeberJetzt, da wir die Durchführung der Messungen besprochen haben, kommen wir zur Dokumentation der Körpertemperatur. Wie dokumentieren wir die Messergebnisse richtig?

JonasMit einem blauen Stift?

Frau WeberGenau, alle Messergebnisse werden mit einem blauen Stift eingetragen. Weiß jemand, wie wir die verschiedenen Messmethoden unterscheiden?

LenaIch glaube, die rektale Messung wird eingekreist, oder?

Frau WeberRichtig, Lena. Bei rektalen Messungen wird der Punkt für den Messwert eingekreist.

JonasUnd alle anderen Messmethoden bekommen nur einen Punkt?

Frau WeberGenau, Jonas. Alle anderen Messarten werden durch einen einfachen Punkt dokumentiert. Und was machen wir, wenn wir von der üblichen Messmethode abweichen?

LenaDann müssen wir das extra dokumentieren, um die Abweichung festzuhalten.

Frau WeberRichtig. Das ist wichtig, um nachvollziehen zu können, warum ein bestimmter Wert vielleicht anders ist als erwartet. Was sollte man noch beachten, wenn man Werte miteinander verbindet?

JonasIch denke, man verbindet die Punkte, um den Verlauf der Temperatur zu sehen.

Frau WeberGenau, durch das Verbinden der Punkte können wir den Temperaturverlauf nachvollziehen. Gibt es Fragen dazu?

LenaWas, wenn jemand die Werte mit dem falschen Stift dokumentiert?

Frau WeberDann müsste man das korrigieren, da die Vorgaben zur Dokumentation strikt sind, um Verwechslungen zu vermeiden. Alles klar?

JonasJa, das macht Sinn. So bleibt alles übersichtlich.

Frau WeberGut, dann haben wir die Dokumentation der Körpertemperatur abgeschlossen. Als nächstes schauen wir uns die Besonderheiten an, nämlich Hypothermie und Hyperthermie. Seid ihr bereit?

Frau WeberHeute sprechen wir über die Besonderheiten der Körpertemperatur, speziell über Hypothermie und Hyperthermie. Was versteht ihr unter Hypothermie?

LenaDas ist doch, wenn die Körpertemperatur unter 35°C fällt, oder?

JonasGenau! Und wenn sie unter 28°C fällt, wird es lebensgefährlich.

Frau WeberRichtig! Bei so niedrigen Temperaturen muss der Körper langsam von außen aufgewärmt werden. Wisst ihr, warum das so wichtig ist?

JonasWeil es sonst Verbrennungen geben kann wegen der Sensibilitätsstörungen?

Frau WeberJa, genau! Sehr gut aufgepasst. Und was könnte Hypothermie auslösen?

LenaHm, vielleicht ein langer Aufenthalt in kaltem Wasser oder bei kaltem Wetter?

Frau WeberRichtig, das sind häufige Ursachen. Aber auch Unterernährung oder Stoffwechselstörungen können dazu führen.

JonasUnd was passiert bei Hyperthermie?

Frau WeberBei Hyperthermie kann der Körper die überschüssige Wärme nicht abgeben. Das passiert oft bei hoher Luftfeuchtigkeit. Warum funktioniert dann die Verdunstungskälte nicht mehr?

LenaWeil der Schweiß nicht verdunsten kann, denke ich.

Frau WeberGanz genau! Hohe Luftfeuchtigkeit verhindert die Verdunstung des Schweißes. Welche Ursachen gibt es noch für Hyperthermie?

JonasFlüssigkeitsmangel und unangemessene Kleidung sind auch Ursachen.

LenaJa, oder wenn jemand nicht schwitzen kann, vielleicht wegen einer Krankheit oder Medikamenten?

Frau WeberDas stimmt. Wenn der Körper nicht schwitzen kann, steigt die Gefahr. Was könnte man in solcher Situation tun?

JonasWahrscheinlich muss man dann schnell in den Schatten gehen oder etwas trinken, um den Körper zu kühlen.

Frau WeberSehr gut. Ihr habt das Prinzip verstanden. Also, Hypothermie und Hyperthermie können beide ernsthafte gesundheitliche Risiken darstellen. Das war der Überblick zu diesen beiden Themen. Im nächsten Kapitel besprechen wir die Besonderheiten von Fieber.

Frau WeberWir sprechen heute über Fieber und seine Besonderheiten. Wer kann mir sagen, ab welcher Temperatur man von Fieber spricht?

LenaFieber ist, wenn die Körperkerntemperatur über 38°C steigt.

Frau WeberRichtig, Lena. Und warum ist Fieber im Kindesalter häufig?

JonasWeil der Körper von Kindern noch dabei ist, sein Abwehrsystem zu entwickeln. Die Temperaturregulation ist auch leichter aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Frau WeberGenau. Fieber ist bei Kindern also ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung. Was passiert während des Fieberanstiegs?

LenaDa gibt's ein Kältegefühl und vielleicht Kältezittern oder Schüttelfrost. Der Puls und die Atmung werden schneller.

Frau WeberRichtig! Was passiert danach, in der Fieberhöhe?

JonasDer Stoffwechsel steigt an, und der Puls ist schneller. Man fühlt sich sehr müde und empfindlich bei Berührungen.

Frau WeberSehr gut, Jonas. Und wie ist es beim Fieberabfall?

LenaDa schwitzt man dann viel und fühlt sich vielleicht etwas besser, weil das Fieber sinkt.

Frau WeberGenau, das Schwitzen zeigt, dass der Körper sich abkühlt. Zusammengefasst, Fieber hat drei Phasen: Fieberanstieg, Fieberhöhe und Fieberabfall. Was bedeutet Fieber für den Körper?

JonasEs ist ein Hinweis, dass das Immunsystem arbeitet, aber auch, dass der Körper mehr Sauerstoff braucht. Der Puls und die Atmung steigen.

Frau WeberSehr gut zusammengefasst. Fieber ist eine Erhöhung der Temperatur über 38°C und tritt oft bei Kindern auf. Es sind drei Phasen: Anstieg, Höhe und Abfall. Noch Fragen?

LenaAlles klar, danke!

JonasJa, ich hab's auch verstanden. Danke, Frau Weber.

Frau WeberSuper, dann schließen wir hier ab. Bis zum nächsten Mal!

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