NANDA-I-Pflegediagnosen 2024–2026 – Grundlagen und Anwendung

NANDA-I-Pflegediagnosen 2024–2026 – Grundlagen und Anwendung: kostenloses Lern-Audio (22 Min.) für die Pflegeausbildung – als Gespräch zwischen Lehrkraft und Azubis, mit vollständigem Transkript und passender Übung.

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Frau WeberHallo und herzlich willkommen! Ich bin Frau Weber. Heute geht es um ein Buch, das ihr in der Ausbildung immer wieder in die Hand nehmen werdet: die NANDA-I-Pflegediagnosen, Definitionen und Klassifikation zweitausendvierundzwanzig bis zweitausendsechsundzwanzig. Das Buch hat über siebenhundert Seiten. Niemand liest es von vorne bis hinten. Deshalb lernt ihr heute, was eine Pflegediagnose ist, welche Arten es gibt, wie eine Diagnose aufgebaut ist, wie die Klassifikation geordnet ist, wie ihr eine Diagnose findet und dokumentiert und was in dieser Ausgabe neu ist. Ein kurzer Hinweis vorab: Dieser Podcast ist Teil eurer Ausbildung und ersetzt nicht das Arbeiten mit dem Buch selbst.

Frau WeberZuerst ein paar Hintergründe. NANDA steht ursprünglich für North American Nursing Diagnosis Association, also nordamerikanische Vereinigung für Pflegediagnosen. Heute heißt die Organisation NANDA International, kurz NANDA-I, weil Pflegende aus der ganzen Welt mitarbeiten. Die Arbeit an den Pflegediagnosen begann in den neunzehnhundertsiebziger Jahren, es gibt die NANDA-Terminologie also schon seit über fünfzig Jahren. Die aktuelle Ausgabe wurde von T. Heather Herdman, Shigemi Kamitsuru und Camila Takáo Lopes herausgegeben. Die deutsche Ausgabe ist zweitausendfünfundzwanzig beim Thieme Verlag erschienen. Alle paar Jahre erscheint eine neue Ausgabe, in der Diagnosen neu aufgenommen, überarbeitet oder gestrichen werden.

Frau WeberWarum gibt es überhaupt Pflegediagnosen? Ärzte stellen medizinische Diagnosen, zum Beispiel „Herzinsuffizienz“ oder „Pneumonie“. Pflegende beschäftigen sich aber mit etwas anderem: nämlich damit, wie ein Mensch auf seine Krankheit oder seine Lebenssituation reagiert und welche Unterstützung er dadurch braucht. Zum Beispiel: Kann er sich noch selbst waschen? Hat er Angst? Ist er in Gefahr zu stürzen? Pflegediagnosen geben der Pflege eine gemeinsame Fachsprache für genau diese Phänomene. So können Pflegende klar und einheitlich beschreiben, worum es geht, ihre Arbeit begründen und sichtbar machen.

Frau WeberKommen wir zur wichtigsten Frage: Was ist eine Pflegediagnose? Die offizielle Definition von NANDA-I lautet: Eine Pflegediagnose ist eine klinische Beurteilung in Bezug auf eine menschliche Reaktion auf Gesundheitszustände oder Lebensprozesse oder eine Anfälligkeit für diese Reaktion, die bei einem Individuum, einer Familie oder einer Gemeinschaft wahrgenommen wird. Eine Pflegediagnose bildet die Grundlage für die Auswahl pflegerischer Interventionen, mit denen Ergebnisse erreicht werden sollen, für die die Pflegefachperson verantwortlich ist.

Frau WeberLasst uns diese Definition in einfache Worte übersetzen. Erstens: Eine Pflegediagnose ist eine Beurteilung. Sie ist also das Ergebnis eures fachlichen Nachdenkens, nicht einfach eine Beobachtung. Zweitens: Sie beschreibt, wie ein Mensch auf seine Gesundheit oder sein Leben reagiert, zum Beispiel mit Angst, mit Erschöpfung oder mit einer Einschränkung beim Waschen. Drittens: Sie kann auch beschreiben, dass ein Mensch gefährdet ist, also eine Anfälligkeit für eine solche Reaktion hat. Viertens: Sie kann einen einzelnen Menschen, eine Familie oder eine ganze Gemeinschaft betreffen. Und fünftens: Sie ist die Grundlage für die Pflegemaßnahmen, für deren Ergebnis ihr als Pflege verantwortlich seid.

Frau WeberWichtig ist auch, was eine Pflegediagnose nicht ist. Das Buch betont: Eine Diagnose ist nicht dasselbe wie eine einzelne Beobachtung oder ein Symptom. „Unruhe“ oder „Ödeme an den Beinen“ sind Beobachtungen. Eine Diagnose entsteht erst, wenn ihr solche Beobachtungen sorgfältig mit eurem Fachwissen zusammenführt und bewertet. Und eine Pflegediagnose ist auch keine medizinische Diagnose. Das Buch nennt als Beispiel die Herzrhythmusstörung. Sie ist ein medizinischer Begriff, keine Pflegediagnose. Eine Pflegediagnose beschreibt, was die Krankheit für den Menschen bedeutet und wo die Pflege ansetzen kann.

Frau WeberUnd noch ein wichtiger Punkt: Eine Pflegediagnose ist nicht dasselbe wie die NANDA-Klassifikation. Die einzelne Pflegediagnose ist eure Beurteilung eines Menschen. Die NANDA-Klassifikation ist das Ordnungssystem, also die standardisierte Fachsprache mit allen Diagnosen, aus der ihr die passende auswählt.

Frau WeberKommen wir zu den Arten von Pflegediagnosen. NANDA-I unterscheidet vier Arten. Die erste Art ist die problemfokussierte Diagnose. Sie beschreibt eine unerwünschte Reaktion, die jetzt schon besteht. Ein Beispiel ist die Diagnose „Übermäßige Angst“. Die zweite Art ist die Risikodiagnose. Sie beschreibt eine Anfälligkeit, also die Gefahr, dass eine unerwünschte Reaktion entsteht, auch wenn sie jetzt noch nicht da ist. Ein Beispiel ist „Risiko für übermäßige Blutungen“. Das Buch betont, dass Risikodiagnosen nicht für alle Patienten gedacht sind, sondern nur für diejenigen, bei denen wirklich eine erhöhte Gefahr besteht.

Frau WeberDie dritte Art ist die Gesundheitsförderungsdiagnose. Sie beschreibt die Motivation und den Wunsch eines Menschen, sein Wohlbefinden zu verbessern und sein Gesundheitspotenzial zu nutzen. Diese Diagnosen beginnen oft mit dem Wort „Bereitschaft“, zum Beispiel „Bereitschaft für ein gesünderes Älterwerden“. Eine Gesundheitsförderungsdiagnose kann man in jedem Gesundheitszustand stellen, auch bei einem kranken Menschen. Und die vierte Art ist die Syndromdiagnose. Sie beschreibt eine Gruppe von Pflegediagnosen, die gemeinsam auftreten und am besten gemeinsam behandelt werden. Ein Beispiel ist das Relokationsstresssyndrom, also die Belastung, die entsteht, wenn ein Mensch zum Beispiel in ein Pflegeheim umziehen muss.

Frau WeberDas Buch fasst die Risikodiagnosen und die Gesundheitsförderungsdiagnosen auch als potenzielle Diagnosen zusammen. Bei den Risikodiagnosen gibt es ein Potenzial zur Verschlechterung, bei den Gesundheitsförderungsdiagnosen ein Potenzial zur Verbesserung.

Frau WeberKommen wir zum Aufbau einer Pflegediagnose. Jede Diagnose im Buch hat mehrere feste Bestandteile. Erstens den Titel, also den Namen der Diagnose, zum Beispiel „Übermäßige Belastung durch Fatigue“. Dazu gehört eine fünfstellige Nummer, der Diagnosecode. Zweitens die Definition, also eine klare und genaue Beschreibung, was mit der Diagnose gemeint ist. Drittens die bestimmenden Merkmale. Das sind die beobachtbaren Zeichen und Symptome, an denen man die Diagnose erkennt. Viertens die beeinflussenden Faktoren. Das sind die möglichen Ursachen oder Faktoren, die mit der Diagnose zusammenhängen. Bei den Risikodiagnosen gibt es statt bestimmender Merkmale und beeinflussender Faktoren die Risikofaktoren.

Frau WeberAußerdem gibt es bei vielen Diagnosen noch zwei weitere Angaben. Die Risikopopulation beschreibt Gruppen von Menschen, die aufgrund bestimmter Merkmale, zum Beispiel ihres Alters oder ihrer Lebenssituation, besonders anfällig für diese Reaktion sind. Und die assoziierten Bedingungen sind medizinische Diagnosen, Behandlungen, Geräte oder Medikamente, die mit der Pflegediagnose zusammenhängen, die Pflegende aber nicht selbst behandeln können. Wichtig ist der Unterschied: An den beeinflussenden Faktoren könnt ihr als Pflege selbst ansetzen. An den assoziierten Bedingungen meist nicht.

Frau WeberKommen wir zur Ordnung der Diagnosen, der sogenannten Taxonomie. Eine Taxonomie ist ein Ordnungssystem. Die NANDA-I-Taxonomie heißt Taxonomie zwei. Sie hat drei Ebenen: die Domänen, die Klassen und die einzelnen Pflegediagnosen. Eine Domäne ist ein großer Themenbereich, eine Klasse ist eine Untergruppe darin, und in den Klassen stehen die Diagnosen. Man kann sich das vorstellen wie ein Kaufhaus mit Etagen, Abteilungen und einzelnen Produkten.

Frau WeberDie Taxonomie zwei hat dreizehn Domänen. In dieser Ausgabe gibt es achtundvierzig Klassen. In früheren Ausgaben waren es siebenundvierzig. Neu ist eine Klasse in der Domäne Comfort, nämlich die Klasse „Psychologischer Comfort“. Sie beschreibt das Gefühl des seelischen Wohlbefindens oder der Leichtigkeit. Insgesamt enthält diese Ausgabe zweihundertsiebenundsiebzig Pflegediagnosen.

Frau WeberJetzt die dreizehn Domänen im Überblick. Domäne eins: Gesundheitsförderung. Hier geht es zum Beispiel darum, wie ein Mensch seine Gesundheit wahrnimmt und managt. Domäne zwei: Ernährung. Domäne drei: Ausscheidung und Austausch, also zum Beispiel Urin, Stuhl und der Gasaustausch in der Lunge. Domäne vier: Aktivität und Ruhe, also Schlaf, Bewegung, Energie und Selbstversorgung. Domäne fünf: Wahrnehmung und Kognition, also zum Beispiel Aufmerksamkeit, Orientierung, Wissen und Kommunikation. Domäne sechs: Selbstwahrnehmung, also das Selbstbild und das Selbstwertgefühl.

Frau WeberDomäne sieben: Rollenbeziehungen, also die Beziehungen zu anderen Menschen und die Rollen in der Familie. Domäne acht: Sexualität. Domäne neun: Coping und Stresstoleranz, also wie ein Mensch mit Belastungen umgeht. Dazu gehören zum Beispiel Angst und Furcht. Domäne zehn: Lebensprinzipien, also Werte, Überzeugungen und Glaube. Domäne elf: Sicherheit und Schutz, zum Beispiel Infektionen, Verletzungen, Stürze und Hautschäden. Domäne zwölf: Comfort, also das körperliche, seelische, soziale und umgebungsbedingte Wohlbefinden. Und Domäne dreizehn: Wachstum und Entwicklung.

Frau WeberWozu braucht man diese Ordnung? Das Buch erklärt es so: Die Taxonomie hilft euch, eine Diagnose zu finden, auch wenn ihr sie in der Praxis selten seht. Ihr könnt der Logik der Domänen und Klassen folgen und findet dort auch verwandte Diagnosen. Wichtig ist aber: Die Taxonomie ist nicht als Leitfaden für das Pflegeassessment gedacht, also nicht als Fragebogen für die Informationssammlung. Sie ist ein Ordnungssystem für die Diagnosen.

Frau WeberWie findet ihr jetzt die passende Pflegediagnose? Die Pflegediagnose ist ein Schritt im Pflegeprozess. Am Anfang steht immer das Assessment, also die gründliche Informationssammlung: Ihr beobachtet, fragt, messt und lest in der Dokumentation. Dann schaut ihr, welche Muster ihr in diesen Informationen erkennt. Und dann sucht ihr im Buch nach Diagnosen, deren Definition und bestimmende Merkmale zu euren Beobachtungen passen. Das Buch betont, dass eine Diagnose der Höhepunkt einer sorgfältigen Anwendung von Fachwissen und klinischer Entscheidungsfindung auf die Assessmentdaten ist.

Frau WeberWenn ihr mehrere Diagnosen gefunden habt, müsst ihr Prioritäten setzen. Oft haben problemfokussierte Diagnosen Vorrang. Das Buch weist aber darauf hin, dass manchmal auch eine Risikodiagnose oberste Priorität haben kann, zum Beispiel wenn eine große Gefahr besteht, etwa für einen Sturz oder eine Blutung. Auf die Diagnosen folgen dann die Planung der Ziele, die Pflegemaßnahmen und die Evaluation. Für diese Schritte gibt es übrigens zwei weitere Klassifikationen, die oft zusammen mit NANDA genutzt werden: die NOC für Pflegeergebnisse und die NIC für Pflegeinterventionen.

Frau WeberKommen wir zur Dokumentation. Das Buch sagt, dass der Titel der Diagnose allein für die Dokumentation ausreichen kann, wenn die bestimmenden Merkmale und beeinflussenden Faktoren an anderer Stelle in der Dokumentation erfasst sind. In der Ausbildung lernt ihr aber meist ein dreiteiliges Format, weil es hilft, die Diagnose zu begründen. Im englischen Sprachraum nennt man es P E S-Format, im Deutschen spricht man oft vom P Ä S-Format. P steht für Problem, also den Titel der Pflegediagnose. Ä steht für Ätiologie, also die beeinflussenden Faktoren. Und S steht für Symptome, also die bestimmenden Merkmale.

Frau WeberDas Buch gibt dazu Formulierungen vor. Bei einer problemfokussierten Diagnose lautet das Muster: Pflegediagnose, in Verbindung mit den beeinflussenden Faktoren, geäußert durch die bestimmenden Merkmale. Ein Beispiel aus dem Buch: „Übermäßige Belastung durch Fatigue in Verbindung mit übermäßigem Stress, verändertem Schlaf-Wach-Rhythmus, übermäßiger Angst und physischem Konditionsabbau, geäußert durch verminderte Gehgeschwindigkeit, Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der gewohnten physischen Aktivität, erhöhten Ruhebedarf, Lethargie und Müdigkeit.“

Frau WeberBei einer Risikodiagnose gibt es keine Symptome, denn das Problem ist ja noch nicht da. Das Muster lautet deshalb: Risiko für die Diagnose, in Verbindung mit den Risikofaktoren. Ein Beispiel aus dem Buch betrifft die Ehefrau eines Patienten, die ihren Mann zu Hause pflegen wird: „Risiko für übermäßige Belastung durch den pflegerischen Versorgungsaufwand in Verbindung mit unzureichendem Wissen über die Unterstützungsangebote in der Gemeinde, Schwierigkeiten bei der Priorisierung konkurrierender Rollenverpflichtungen und beeinträchtigten Familienprozessen.“

Frau WeberUnd bei einer Gesundheitsförderungsdiagnose lautet das Muster: Bereitschaft für die Diagnose, geäußert durch die Anhaltspunkte. Ein Beispiel aus dem Buch: „Bereitschaft für ein gesünderes Älterwerden, geäußert durch den Wunsch, die funktionale Kapazität zu verbessern, einen gesunden Lebensstil zu fördern und das soziale Engagement zu stärken.“ Diese drei Muster solltet ihr kennen, denn sie helfen euch in der Pflegeplanung und in Prüfungen.

Frau WeberKommen wir zu den Neuerungen in der Ausgabe zweitausendvierundzwanzig bis zweitausendsechsundzwanzig. Erstens wurden sechsundfünfzig neue Pflegediagnosen aufgenommen. Beispiele sind „Risiko für übermäßiges sitzendes Verhalten“ und „Risiko für ineffektives Gesundheits-Selbstmanagement“. Zweitens wurden viele Diagnosen überarbeitet, umbenannt oder gestrichen, zum Beispiel weil die Fachliteratur bessere Begriffe gefunden hat oder weil sich zwei Diagnosen zu stark überschnitten haben.

Frau WeberEinige wichtige Beispiele für Umbenennungen: Die früheren Diagnosen „Angst“, „Todesangst“ und „Furcht“ heißen jetzt „Übermäßige Angst“, „Übermäßige Todesangst“ und „Übermäßige Furcht“. Das soll deutlich machen, dass Angst an sich eine normale menschliche Reaktion ist und erst dann eine Pflegediagnose wird, wenn sie übermäßig ist. Die frühere Diagnose „Soziale Isolation“ wurde durch „Unzureichende soziale Bindungen“ ersetzt, und „Risiko der Vereinsamung“ durch „Risiko für übermäßige Einsamkeit“. Aus „Risiko einer Blutung“ wurde „Risiko für übermäßige Blutungen“. Und die frühere Diagnose zur Rollenüberlastung pflegender Angehöriger heißt jetzt „Übermäßige Belastung durch pflegerischen Versorgungsaufwand“ und wurde der Domäne neun, also Coping und Stresstoleranz, zugeordnet.

Frau WeberFür eure Praxis heißt das: Wenn ihr in älteren Lehrbüchern oder Pflegeplänen eine Diagnose findet, die es im aktuellen Buch nicht mehr gibt, schaut im Kapitel über die Änderungen nach. Dort steht, welche Diagnose sie ersetzt. Und das Buch erklärt auch, dass die Begriffe überarbeitet wurden, damit sie respektvoll und einschließend sind, also niemanden abwerten.

Frau WeberNoch ein paar Hinweise zum Umgang mit dem Buch in der Praxis. Erstens: Nehmt euch Zeit für das Assessment, bevor ihr eine Diagnose stellt. Eine Diagnose ohne gründliche Informationssammlung ist nur eine Vermutung. Zweitens: Lest immer die Definition und prüft, ob die bestimmenden Merkmale bei eurem Patienten wirklich vorliegen. Drittens: Wählt nicht zu viele Diagnosen auf einmal. Konzentriert euch auf die wichtigsten. Viertens: Bezieht den Menschen selbst ein. Fragt ihn, wie er seine Situation sieht und was ihm wichtig ist. Und fünftens: Eine Diagnose ist nicht für immer. Überprüft regelmäßig, ob sie noch zutrifft, und passt sie an.

Frau WeberDas Buch ist übrigens nicht nur für die Pflegeplanung im Krankenhaus gedacht. Pflegediagnosen werden in allen Bereichen der Pflege genutzt, in der Langzeitpflege, der ambulanten Pflege, der Psychiatrie und in der Gemeinde. Und sie können auch eine Familie oder eine Gemeinschaft betreffen, zum Beispiel wenn eine ganze Familie durch die Pflege eines Angehörigen belastet ist.

Frau WeberWir sind am Ende der Stunde. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Eine Pflegediagnose ist eine klinische Beurteilung einer menschlichen Reaktion auf Gesundheitszustände oder Lebensprozesse oder einer Anfälligkeit dafür, bei einem Menschen, einer Familie oder einer Gemeinschaft. Sie ist die Grundlage für die Pflegemaßnahmen. Sie ist keine medizinische Diagnose und keine bloße Beobachtung. Und NANDA-I ist die Klassifikation, also die standardisierte Fachsprache, aus der ihr die Diagnosen auswählt.

Frau WeberEs gibt vier Arten: problemfokussierte Diagnosen, Risikodiagnosen, Gesundheitsförderungsdiagnosen und Syndromdiagnosen. Eine Diagnose besteht aus Titel mit Code, Definition, bestimmenden Merkmalen, beeinflussenden Faktoren oder Risikofaktoren und manchmal Risikopopulationen und assoziierten Bedingungen. Die Taxonomie zwei hat dreizehn Domänen, in dieser Ausgabe achtundvierzig Klassen und zweihundertsiebenundsiebzig Diagnosen. Dokumentiert wird oft im P Ä S-Format: Pflegediagnose in Verbindung mit den Ursachen, geäußert durch die Merkmale. Und in dieser Ausgabe gibt es sechsundfünfzig neue Diagnosen und viele Umbenennungen, zum Beispiel „Übermäßige Angst“ statt „Angst“.

Frau WeberMein Tipp zum Schluss: Nehmt das Buch bei eurer nächsten Pflegeplanung in die Hand und sucht für einen echten Patienten eine passende Diagnose. Mit etwas Übung wird es immer leichter. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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