Pflegeexamen Themen: Was kommt wirklich dran?

Du fragst dich, was im Pflegeexamen wirklich drankommen wird — und willst nicht blind lernen? Gute Entscheidung. Wer die Struktur des Prüfungsstoffs kennt, kann gezielt vorbereiten statt alles auswendig zu pauken. Hier bekommst du einen ehrlichen Überblick über die häufigsten Pflegeexamen Themen — sortiert nach Komplexität, mit konkreten Beispielen.

Der Prüfungsstoff im Überblick

Das Pflegeexamen nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) und der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PflAPrV) prüft keine isolierten Fakten — es prüft Kompetenzen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Du wirst nicht gefragt, was Diabetes mellitus ist. Du wirst gefragt, wie du mit einer konkreten Pflegesituation umgehst, in der ein Mensch mit Diabetes mellitus betreut wird.

Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil. Im schriftlichen Teil arbeiten alle Auszubildenden — unabhängig davon, ob sie in der Altenpflege, Kinderkrankenpflege oder allgemeinen Krankenpflege ausgebildet werden — mit gemeinsamen Aufgaben. Diese Aufgaben basieren fast ausnahmslos auf Fallsituationen: Du bekommst eine beschriebene Pflegesituation und sollst zeigen, dass du sie fachlich, kommunikativ und ethisch durchdenken kannst.

Die Kompetenzbereiche, die dabei eine Rolle spielen, sind im PflBG und der PflAPrV definiert. Sie umfassen unter anderem pflegefachliches Handeln, Kommunikation und Beratung, intra- und interprofessionelles Handeln, das Gestalten des eigenen Lernens sowie rechtliche und ethische Grundlagen der Pflege. Kein Thema wird isoliert geprüft — alles hängt zusammen.

Level 1 Themen — das Fundament

Bevor es komplex wird, musst du das Fundament sitzen haben. Diese Themen tauchen in fast jeder Fallsituation irgendwie auf — direkt oder als Hintergrundwissen.

  • Grundlagen der Pflegewissenschaft: Pflegetheorien, Pflegeprozess nach WHO-Modell, Evidence-based Nursing — du solltest wissen, wie Pflege systematisch gedacht wird.
  • Hygiene und Infektionsprävention: Händehygiene, Schutzausrüstung, Isolationsmaßnahmen — das ist Basiswissen, das in jeder Prüfung relevant sein kann.
  • Kommunikationsmodelle: Schulz von Thun, das Vier-Ohren-Modell, aktives Zuhören, patientenorientierte Gesprächsführung. Kommunikation ist kein Softskill-Thema — es ist Prüfungsstoff.
  • Körperpflege und ATL: Die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) nach Juchli oder die ABEDL nach Krohwinkel sind Klassiker. Hier geht es um ressourcenorientiertes Arbeiten.
  • Mobilitätsförderung: Lagerung, Prophylaxen (Dekubitus, Thrombose, Pneumonie), Kinästhetik als Konzept — alles, was mit Bewegung und Bewegungsunterstützung zu tun hat.

Diese Themen klingen nach Basics, aber unterschätze sie nicht. In einer Fallsituation können sie der entscheidende Anknüpfungspunkt sein, über den du zeigst, dass du wirklich verstehst, was du tust.

Level 2 Themen — spezialisiertes Pflegewissen

Hier wird es konkreter. Diese Themen verlangen, dass du Krankheitsbilder kennst, ihre pflegerischen Konsequenzen verstehst und Maßnahmen begründen kannst.

  • Demenz: Validation nach Feil, biografieorientierter Umgang, Orientierungshilfen, herausforderndes Verhalten verstehen — Demenz ist eines der meistgeprüften Themen überhaupt.
  • Diabetes mellitus: Hypoglykämie erkennen und handeln, Insulinmanagement, Fußpflege bei Diabetikern, Schulung und Beratung — auch das taucht sehr regelmäßig auf.
  • Mobilität im Alter: Sturzprophylaxe, Ganganalyse, Hilfsmittelversorgung, Auswirkungen von Immobilität — hier verbinden sich Grundlagenwissen und spezialisiertes Wissen.
  • Perioperative Pflege: Präoperative Vorbereitung, postoperative Überwachung, Schmerzmanagement, Wundversorgung — vor allem im Krankenhaus-Kontext ein wichtiges Thema.

Bei diesen Themen reicht es nicht, Definitionen auswendig zu können. Du musst zeigen, dass du eine Situation einschätzen und Prioritäten setzen kannst. Das ist genau das, was die Prüfungsaufgaben von dir verlangen.

Level 3 Themen — komplexe Pflegesituationen

Jetzt wird es anspruchsvoll. Diese Themen verlangen Reflexion, Haltung und die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven zusammenzudenken.

  • Sterbebegleitung und Palliativpflege: Phasenmodelle nach Kübler-Ross, Symptomkontrolle, Würde am Lebensende, Umgang mit Angehörigen — ein Thema, das emotional und fachlich fordert.
  • Pflege nach Leininger: Das Sunrise-Modell, kulturelle Pflegepraktiken, kultursensible Kommunikation — Madeleine Leiningers Theorie ist im Prüfungskontext relevant, weil sie Pflege als kulturgebundenes Handeln begreift.
  • Interkulturelle Pflege: Über Leininger hinaus geht es um praktische Kompetenz: Sprachbarrieren, religiöse Bedürfnisse, unterschiedliche Krankheitsverständnisse — und wie du damit professionell umgehst.
  • Pflegediagnostik: NANDA-Pflegediagnosen, PES-Format, Pflegeziele formulieren — das ist der systematische Kern des Pflegeprozesses und wird gerne in Fallsituationen eingebaut.

Was diese Themen gemeinsam haben: Es gibt keine eindeutige Musterlösung. Du musst abwägen, begründen und zeigen, dass du Pflege als professionelles Handeln verstehst — nicht als Abarbeiten von Checklisten.

Level 4 / Staatsexamen-Themen

Im schriftlichen Staatsexamen — also dem bundeseinheitlichen Teil der Abschlussprüfung — kommen Themen vor, die über reines Fachwissen hinausgehen. Hier geht es um professionelle Identität, ethisches Urteilen und das Verständnis von Pflege als gesellschaftliche Aufgabe.

  • Ethische Normen und Prinzipien: Autonomie, Fürsorge, Nicht-Schaden, Gerechtigkeit — die vier Prinzipien der Bioethik nach Beauchamp und Childress tauchen immer wieder auf, oft eingebettet in Fallsituationen mit Interessenskonflikten.
  • Rollenkonflikte im Pflegeteam: Was passiert, wenn Anordnungen ärztlicherseits mit deiner pflegerischen Einschätzung kollidieren? Wie gehst du mit Konflikten im Team um? Das sind keine Soft-Skill-Fragen — das ist Prüfungsstoff.
  • Teamentwicklung und interprofessionelle Zusammenarbeit: Teamrollen nach Belbin, Kommunikation im multiprofessionellen Team, Übergabegestaltung — Pflege findet nicht im Einzelkämpfermodus statt.
  • Letzte Lebensphase: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, ethische Fallbesprechungen, Entscheidungen am Lebensende — rechtlich und ethisch ein sensibles, aber prüfungsrelevantes Feld.
  • Biografiearbeit: Lebensgeschichte als Ressource in der Pflege, Erinnerungsarbeit bei Demenz, Bedeutung von Lebensthemen für die Pflegeplanung — besonders in der Langzeitpflege ein zentrales Konzept.

Diese Themen verlangen, dass du nicht nur Wissen abrufst, sondern Haltung zeigst. Wer hier punkten will, muss geübt haben, Fallsituationen durchzudenken — nicht nur Definitionen zu kennen.

Was wird am häufigsten geprüft?

Wenn du weißt, womit du anfangen sollst, dann fang hier an. Diese fünf Themen tauchen in Prüfungen besonders häufig auf — als Hauptthema einer Fallsituation oder als Querschnittsthema, das in anderen Fällen mitläuft.

  1. Demenz: Kaum ein Prüfungsjahrgang ohne Demenz-Fall. Das Thema verbindet Kommunikation, Biografiearbeit, ethisches Handeln und pflegerische Maßnahmen — ideal für komplexe Fallsituationen.
  2. Diabetes mellitus: Häufig, weil es so viele Anknüpfungspunkte gibt: akute Komplikationen, Langzeitfolgen, Beratung, Selbstmanagement, Wundversorgung.
  3. Hygiene und Infektionsprävention: Ein Dauerbrenner, weil Hygiene in fast jeder pflegerischen Handlung eine Rolle spielt — und weil Fehler hier direkte Konsequenzen für Patient:innen haben.
  4. Kommunikation: Selten ein eigenständiger Fall, aber fast immer Teil der Bewertung. Wie du mit Patient:innen, Angehörigen und dem Team kommunizierst, ist ein Kernkompetenzbereich.
  5. Sterbebegleitung: Besonders im schriftlichen Examen ein häufiges Thema, weil es ethisches Urteilen, Fachwissen und professionelle Haltung gleichzeitig fordert.

Wenn du diese fünf Bereiche wirklich durchdrungen hast — nicht auswendig gelernt, sondern verstanden und auf Fälle angewendet —, bist du für einen großen Teil des Examens gut aufgestellt.

Auf pflegekompasski.de kannst du genau diese Themen gezielt trainieren: Dort stehen 58 Themen als Prüfungspacks zur Verfügung, alle mit echten Fallsituationen — so wie sie im Examen vorkommen. Das ist kein Lesen, sondern Üben im Prüfungsformat.

Praktische Tipps

  1. Lerne Themen immer anhand von Fallsituationen — nicht als isolierte Definitionen.
  2. Fang mit den Top-5-Themen an: Demenz, Diabetes, Hygiene, Kommunikation, Sterbebegleitung.
  3. Übe, Pflegemaßnahmen zu begründen — nicht nur aufzuzählen.
  4. Verknüpfe Pflegetheorien (z. B. Leininger, Krohwinkel) direkt mit konkreten Pflegesituationen.
  5. Schreib beim Üben auf, welche Kompetenzbereiche ein Fall abdeckt — das schärft deinen Blick für die Prüfungslogik.

Die Inhalte dienen zur allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle Pflegeberatung oder offizielle Lernmaterialien.

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Redaktioneller Hinweis
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Verantwortlich für den Inhalt gemäß § 18 Abs. 2 MStV: Ibrahim Ramadhani, Gründer von PflegekompassKI. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information zur Pflegeausbildung und ersetzen keine individuelle Fachberatung.

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